
Nachdem Thomas ja am Vortag über die Agriates Wüste geflogen ist und gesehen hat, dass es dort sehr ähnlich aussieht, wie rund um unsere Unterkunft, entschieden wir, uns L’Ile Rousse anstelle Agriates anzusehen und so fuhren wir nach dem Frühstück dort hin.
Wir liefen am Strand (teilweise im Wasser, das recht frisch war) entlang, auf die andere Seite der Bucht. Dort gibt es eine Besonderheit zu sehen. Den Trinighellu. Dies ist ein Zug auf einer Schmalspur, der nicht nur an Orten sondern auch an Stränden hält. Wir hatten das Glück, dass gerade einer die Bucht von L’Ile Rousse entlang fuhr.






Voila, nach dem Essen, entschieden wir, zur Unterkunft zu fahren, um noch ein bisschen Blog zu schreiben und zu lesen. Das einzige, was wir noch erledigen wollten, war ein bisschen das Auto laden, sodass es bis zum Ende unseres Aufenthalts reicht. Zufrieden liefen wir um die Bucht zum Parkplatz.

Voila, wir sitzen im sehr warmen Auto, starten, das Auto geht an, jedoch die Aussenspiegel fahren nicht aus. Nicht nach dem 10. mal Starten, nicht nach dem 20. mal Starten. Wir diskutieren, was wir nun tun sollen. Ich wollten zu Hertz fahren, wo wir das Auto gemietet haben. Thomas meinte, nö, bei einem Unfall stehen wir sehr blöd da, so mit eingeklappten Aussenspiegeln. Voila, wir suchen nach einer Support Nummer.
Die nächste Stunde kurz zusammen gefasst: Thomas spricht mit einer digitalen Assistentin von Sixt (!!!!!!!, das war die Nummer, die in unserem Vertrag mit Hertz stand. Aber eigentlich hatten wir das Auto bei „DooRental“ gebucht, was auch immer das ist, der Mann von Hertz wusste es auch nicht, fand uns aber im System von Hertz und gab uns das Auto), er sagte unsere Autonummer, unsere Vertragsnummer, unsere Adresse, Art des Schadens usw.. Ok, die digitale Assistentin war fertig und übergab Thomas zu einer anderen digitalen Assistentin. Der einzige Unterschied war, dass Thomas nicht mehr französisch sprach, sondern deutsch. All die notwenigen Angaben wiederholten sich jedoch, also Autonummer, Vertragsnummer, unsere Adresse und Art des Schadens. Die digitale Assistentin übergibt zu einer menschlichen Assistentin.
Hier geht es nochmals um die selben Angaben, diesmal wieder auf französisch. Nur, dieseAssistentin möchte alles buchstabiert haben. Thomas scheitert schon bei der Autonummer, da diese mit dem Buchstaben J endet. Und die Assistentin am Ende der Leitung versteht nicht. Thomas ist mittlerweile verzweifelt und sagt recht laut „J wie Jesus, der Sohn von Gott“ auf französisch. Eine Frau, die gerade am geöffneten Fenster vorbei geht, schaut fragend und neugierig ins Auto 😮. Mittlerweile hat die Assistentin auf Englisch gewechselt, vielleicht ist diese ganze Prozedur eine Vorbereitung auf Pfingsten, es war immerhin der Freitag vor dem Pfingstwochenende 😖.
In dieser Stunde ging es nie um irgendeine Art der Hilfestellung des eigentlichen Problems. Nur um die Identifikation. Nach dieser Stunde sagt die Assistentin, sie würde nun einen Techniker zu unserem Platz schicken, dieser werde uns anrufen wegen dem genauen Ort. Bis heute hat er das nicht getan. Und wunderbarer Weise, wurden nach dieser Stunde die Aussenspiegel ausgeklappt. War wohl wieder ein kleines Software-Problem – aufgrund der Hitze ?
„Emotional verkatert“ fuhren wir in Richtung Ladestation zum Flughafen Calvi (in der Zwischenzeit haben wir gelernt, dass nur dort leistungsstarke Ladestationen stehen). Thomas wollte nicht zu der Ladestation von Hertz sondern zu der von Europcar, da diese noch leistungsstärker waren. Voila, das Ladekabel ans Auto angedockt, zur Ladestation, die Ladekarte bei der Ladestation zum Leser gehalten und eine Fehlermeldung erschien. Inzwischen hatten sich jedoch bereits das Ladekabel und das Auto miteinander verzahnt.
Abbruch, Abbruch, Abbruch! Das ging nicht. Es gab im Mietauto keine Möglichkeit via dem Steuerungsscreen im Auto den Vorgang abzubrechen, diese Funktion ist dort nicht vorgesehen (nur Navi und Entertainment). Abbruch via Ladestation ging auch nicht. Auch hier war wieder eine Service Nummer, die bei Problemen anzurufen ist. Diesmal ging es Gott-sei-Dank nicht um Identifikation sondern nur um die Lösungsbehebung. Die Ladestation wurde gebootet – und diese fuhr ganz langsam wieder noch oben. Am Ende des Bootsvorgangs konnte das Ladekabel entnommen werden und Thomas fuhr zu Hertz zum Laden. Dort hat dann alles normal funktioniert.
Thomas und ich trafen uns nach dieser Geschichte am Flughafen (nur dort gab es Klimaanlage, Toiletten und etwas zu Trinken) und warteten. Nach einer gewisse Ladezeit gingen wir wieder zum Auto zurück. Auf dem Weg zum Auto gibt es einen schmalen Fussgängerweg, rechts davon ist ein ca. 1/2 Meter tiefer Graben, ca. 30 cm breit. Thomas stolperte und fiel in genau diesen Graben. AUTSCH – so, das war’s jetzt aber wirklich mit dem Nachmittag und mittlerweile Abend! Wir entscheiden, das aufregendste, was wir heute noch machen ist: in die Apotheke zu fahren, um Desinfektion zu kaufen und dann noch in unserer Unterkunft. Sonst machen wir heute gar nichts mehr.
Genauso haben wir es dann gemacht und rekapitulierten unter unserem Olivenbaum den Tag:
- der Vormittag mit dem Mittagessen war sehr schön, L’Ile Rousse ist ein netter Ort
- Bleib‘ nie länger als 15 Minuten am Telefon, wenn sich nicht eine Lösung abzeichnet ! Fahre besser ein paar Kilometern mit Risiko, wenn dort die Möglichkeit besteht, dass dir geholfen werden kann.
- Shit happens (die Ladestation)
- Shit happens (der Graben)
Wir überlegen auch noch wegen der Probleme, die wir mit den neuen E-Autos haben. Beide Autos, also der private VW ID4 und der gemietete Citroen C3 aircross fahren sich wunderbar, sind bequem und bereiten einen grossen Fahrkomfort. Alle Probleme, die wir mittlerweile angetroffen haben, beruhen auf Softwareproblemen. Es gibt ja den Spruch, dass die neuen Autos Telefone oder Laptops auf Rädern sind. Nur im Gegensatz zu den erwähnten Geräten, haben Autos keine Boot-Möglichkeit! Jedoch, die Softwareprobleme haben nichts mit dem Antrieb zu tun. Wenn ihr, liebe Leser, entweder einen neuen Wagen mit Benzin/Diesel habt oder jemanden kennt, der dies hat, würde uns die Erfahrung dieser Person interessieren. In diesen Autos wird ja inzwischen auch sicher neue Software verbaut sein. Feedback würde uns sehr, sehr interessieren !
Voila, das war ein ereignisreicher Tag, aber mittlerweile freuen wir uns mehr auf den folgenden Tag: es geht mit dem Boot nach La Scandola, dem ältesten Naturschutzgebiets von Korsika und mittlerweile UNESCO Welterbe.

Liebe Grüsse
Claudia und Thomas
