4. Sightseeing von oben: unterwegs mit dem Gyrokopter

Am nächsten Tag heisst es früh aufstehen. Um 6:00 läutet der Wecker (wir möchten ja noch Kaffee trinken). Heute haben wir zwar nur 75 km zu fahren, jedoch brauchen wir dafür 1,45 Stunden. Obwohl wir den grössten Teil der Strecke auf der „Autobahn“ haben (T30). Die Kommunikation mit unserem Piloten Jean-Luc war am Vorabend unkompliziert und wir vereinbarten 10.30 vor Ort in Oletta.

Wir sind früher dort, Jean-Luc ebenfalls und wir können noch einen Espresso gemeinsam trinken. Es ist sehr angenehm und lustig mit Jean-Luc zu sprechen. Wir haben je eine Stunde für einen Flug gebucht, den wir hintereinander absolvieren werden. Jean-Luc schlägt vor, dass wir nicht die selbe Strecke fliegen, sondern wir entscheiden uns dann auch für eine Stunde mit mir rund um Cap Corse und eine weitere Stunde mit Thomas von Oletta bis nach l’Ile Rousse, also über die Agriates „Wüste“.

Thomas auf dem Flugplatz. Es ist ein wenig rustikal hier, das Flugzeug glänzte jedoch wie neu !
Wir haben extra unsere Übergangsjacken mitgebracht und das war auch die richtige Wahl. Und die Start- und Landebahn sieht kaum besser/schlechter aus, als die nicht asphaltierten Strassen auf Korsika.

Ein Gyrokopter/Tragschrauber funktioniert in etwa so: der Rotor wird nur zum Start mit Motor bewegt (nicht sehr schnell), um die Maschine leicht vorne anzuheben, den Rest macht der Propeller hinten, er gibt den ganzen Schub. Die Maschine startet nicht senkrecht, sondern wie ein Flugzeug mit Geschwindigkeit. Der Rotor läuft dann nur noch passiv mit (durch den Gegenwind, recht langsam) und sorgt so für den Auftrieb wie starre Flügel bei einem Flugzeug. Die Landung erfolgt auch wieder wie bei einem Flugzeug mit der korrekten Geschwindigkeit, nicht senkrecht. Das Gerät ist sehr sicher, wenn der Propeller hinten ausfällt, kann man praktisch im Segelflug landen (am besten auf einer Wiese, Felsen sind eher suboptimal). Auch dabei gibt die langsame Drehung des Rotors (durch den Fahrtwind beim Sinken) den Auftrieb, um nicht abzustürzen.

ich fliege ….. 🤗🤗
St. Florent von oben. Wir werden uns das Städtchen später auch von unten ansehen. Es wirkt ein bisschen so, als wäre da gestern jemand auf die Idee gekommen, dieser Ort könnte ja auch für Touristen erschlossen werden. Also viel, sehr alte Bausubstanz.
Die Kontrollanzeige ist übersichtlich. Es wird gezeigt, dass wir 140 km/h schnell sind und in 960 Fuss Höhe fliegen. Die Geschwindigkeit von 140 km blieben mehr oder weniger gleich während des ganzen Fluges, die Flughöhe ging bis auf bis auf 2.200 Fuss.
Der Ort Nonza mit dem „schwarzen“ Strand und schönen Küstenstrassen.
Elba (am Horizont in der Bildmitte), aber ich weiss schon, ich sollte mich auf Korsika konzentrieren 🙃
Bastia, jawohl, auf Korsika. Bastia war die „Hauptstadt“ des Nordens, Ajaccio die „Hauptstadt“ des Südens. Bis Napoleon Bonabarte entschied und seine Geburtsstadt Ajaccio zur generellen Hauptstadt von Korsika machte. Und das ist bis heute so geblieben.
Nachdem wir über Bastia geflogen sind, flogen wir quer über die Halbinsel, passierten diese Felsen und flogen dann rechts von der hohen Kuppe wieder Richtung Sant Florent. Die Felsen schienen viel näher als auf dem Foto und waren wirklich beeindruckend und die Thermik machte Spass.

Nun waren wir auch gleich wieder auf dem Flugplatz. Die Landung war ebenso sanft wie der Start. Auch wenn dies sehr wahrscheinlich ein Once-In-A-Lifetime-Erlebnis sein wird, war es jede Minute und jeden Euro wert. Mehr Fliegen geht nicht, als in so einem offenen „Flugzeug“: du siehst und spürst nicht nur die Dreidimensionalität, du fühlst auch noch die Geschwindigkeit und den Wind.

Nun ist Thomas dran …
….. gerade noch erwischt
Thomas fliegt über Stant’Antonino drüber. Dieser Ort liegt exakt auf 500 Höhenmeter und ist ein viel besuchter Ort. Der USP von diesem Ort ist, dass man auf einem Esel durch den Ort reiten kann – das haben wir nicht gemacht !

Von hier aus darf Thomas selber der Küste entlang zurück fliegen, vor der Landung übernimmt dann Jean-Luc natürlich wieder das Ruder.

Dieses Restaurant haben wir wegen der Terrasse gewählt. Das war ein gutes Kriterium: sie blieb die schönste Terrasse unseres Aufenthalts auf Korsika und wir konnten uns einen ganzen, gegrillten Wolfsbarsch teilen.

Sehr zufrieden mit diesem Ausflug fahren wir wieder die fast 2 Stunden zu unserer Unterkunft, setzen uns unter den Olivenbaum, quatschen und beobachten das Meer. Thomas erzählt noch, was er von der Agriates Wüste gesehen hat: wunderbare Macchia, jedoch keine richtige Wüste. Also verwerfen wir diese Destination für einen morgigen Besuch. Macchia haben wir auch rund um unsere Unterkunft.

Kreuzfahrtschiffe sind ja nicht so unseres, aber eines mit 5 Masten hat schon was, finde ich 🤗. Aber ich möchte auch unseren jetzigen Platz mit keiner Person auf dem Boot tauschen !
Dieses Foto von unserer Terrasse aus mit einer Entfernung von 2 – 2,5 km freut mich schon ! Und @Heinz: vielen Dank für deine What’s App ! Das Meer ist und bleibt drin 🤣

Liebe Grüsse

Claudia und Thomas

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