Am nächsten Tag heisst es früh aufstehen. Um 6:00 läutet der Wecker (wir möchten ja noch Kaffee trinken). Heute haben wir zwar nur 75 km zu fahren, jedoch brauchen wir dafür 1,45 Stunden. Obwohl wir den grössten Teil der Strecke auf der „Autobahn“ haben (T30). Die Kommunikation mit unserem Piloten Jean-Luc war am Vorabend unkompliziert und wir vereinbarten 10.30 vor Ort in Oletta.
Wir sind früher dort, Jean-Luc ebenfalls und wir können noch einen Espresso gemeinsam trinken. Es ist sehr angenehm und lustig mit Jean-Luc zu sprechen. Wir haben je eine Stunde für einen Flug gebucht, den wir hintereinander absolvieren werden. Jean-Luc schlägt vor, dass wir nicht die selbe Strecke fliegen, sondern wir entscheiden uns dann auch für eine Stunde mit mir rund um Cap Corse und eine weitere Stunde mit Thomas von Oletta bis nach l’Ile Rousse, also über die Agriates „Wüste“.


Ein Gyrokopter/Tragschrauber funktioniert in etwa so: der Rotor wird nur zum Start mit Motor bewegt (nicht sehr schnell), um die Maschine leicht vorne anzuheben, den Rest macht der Propeller hinten, er gibt den ganzen Schub. Die Maschine startet nicht senkrecht, sondern wie ein Flugzeug mit Geschwindigkeit. Der Rotor läuft dann nur noch passiv mit (durch den Gegenwind, recht langsam) und sorgt so für den Auftrieb wie starre Flügel bei einem Flugzeug. Die Landung erfolgt auch wieder wie bei einem Flugzeug mit der korrekten Geschwindigkeit, nicht senkrecht. Das Gerät ist sehr sicher, wenn der Propeller hinten ausfällt, kann man praktisch im Segelflug landen (am besten auf einer Wiese, Felsen sind eher suboptimal). Auch dabei gibt die langsame Drehung des Rotors (durch den Fahrtwind beim Sinken) den Auftrieb, um nicht abzustürzen.







Nun waren wir auch gleich wieder auf dem Flugplatz. Die Landung war ebenso sanft wie der Start. Auch wenn dies sehr wahrscheinlich ein Once-In-A-Lifetime-Erlebnis sein wird, war es jede Minute und jeden Euro wert. Mehr Fliegen geht nicht, als in so einem offenen „Flugzeug“: du siehst und spürst nicht nur die Dreidimensionalität, du fühlst auch noch die Geschwindigkeit und den Wind.



Von hier aus darf Thomas selber der Küste entlang zurück fliegen, vor der Landung übernimmt dann Jean-Luc natürlich wieder das Ruder.

Sehr zufrieden mit diesem Ausflug fahren wir wieder die fast 2 Stunden zu unserer Unterkunft, setzen uns unter den Olivenbaum, quatschen und beobachten das Meer. Thomas erzählt noch, was er von der Agriates Wüste gesehen hat: wunderbare Macchia, jedoch keine richtige Wüste. Also verwerfen wir diese Destination für einen morgigen Besuch. Macchia haben wir auch rund um unsere Unterkunft.

Dieses Foto von unserer Terrasse aus mit einer Entfernung von 2 – 2,5 km freut mich schon ! Und @Heinz: vielen Dank für deine What’s App ! Das Meer ist und bleibt drin 🤣
Liebe Grüsse
Claudia und Thomas
