Eigentlich waren wir viel zu früh am Domestic Flughafen von Port Vila, aber lieber früh als zu spät, und die Vorschriften wollen es auch so. Kein Rumgezappele ! Also haben wir Zeit zum Beobachten.
Bei der Frau im grünen Kleid ist der Stofflappen, der auf beiden Seiten des Kleids angebracht ist, gut zu sehen. Diese Kleider sind sehr häufig und ich fragte mich, ob dies Taschen oder wofür die sonst sind. Sie sind nur Schmuck und eine Frau sagte mir, dass man damit auch gut tanzen kann (dabei hielt sie beide Lappen in die Höhe und tanzte vor mir 😂).Wir mussten wie alle anderen Passagiere eine Departure Tax bezahlen. Pro Person 200 VUV (ca. 1,5 CHF), an einem separaten Schalter nur dafür! Bei der Bezahlung fiel mir die Ausnahmeregelung auf: u.a. müssen Personen über 70 Jahre die Gebühr nicht bezahlen. Die durchschnittliche Lebenserwartung von Männern aus Vanuatu liegt bei 69 Jahren – diese Regelung wird also wohl nicht häufig angewendet werden 😉
Der Flug ging pünktlich und machte Spass. Es war eine kleine Twin Otter für max. 20 Personen und war fast ausgebucht. Wie bei allen kleinen Flugzeugen spürt man sehr viel Thermik bei Start und Landung und natürlich auch die Wolken in der Luft.
Als wir landeten, stand der Mann zum Betanken des Flugzeugs schon bereit ….… hier wird schon getankt. Der zweite Mann von links betätigt die Kurbel zum Pumpen. Immerhin wird der Treibstoff nicht mit dem Mund angesaugt 😂
Nach einer wilden Fahrt auf einer teilweise sehr steilen, ungeteerten, mit vielen Schlaglöchern versehenen „Strasse“, kamen wir im Rockwater Resort an.
Wir sind in Isangel gelandet und fuhren Richtung Norden, Richtung Lowiteul. Unser Resort war ungefähr in der Mitte zwischen diesen beiden Orten.Hier der Blick vom Restaurant – die vielen Farben waren beeindruckend ! Was auch beeindruckend war, war due Lautstärke des Meers: in Port-Vila krachten die Wellen mit 70 Dezibel gegen die Felsen, hier, auf Tana, säuselte das Meer leise vor sich hin und war hier oben überhaupt nicht zu hören. Ein gepflegter Park, hier bleiben wir ☺️Hier ist unser Bad. Die Zimmer sind wie eine Art Höhle in den Kalksteinfelsen gebaut und sind dadurch angenehm kühl. Ein Teil des ursprünglichen Kalksteins blieb erhalten.Das Tagesbett auf der Terrasse zum Beobachten des Meers und zum Kaffee trinken.
Wie assen ausgezeichnetes Mittagsessen und wollten am Nachmittag schnorcheln gehen. Aus der Gruppe, mit denen wir bereits im selben Flugzeug waren und die ebenfalls im selben Resort übernachten, gingen einige bereits um 14.00 zum Vulkan. Wir wollten allerdings erstmal hier ankommen.
Wir mussten erst mal durch einen natürlichen Lavatunnel schnorcheln. John, der Besitzer meinte, wir sollen das Handtuch auf das „Geländer“ hängen, um auch den Weg wieder zurück zu finden. Das war ein sehr guter Rat und wir hätten den Rückweg ohne Handtuch sehr wahrscheinlich nur mit grossem zeitlichen Aufwand wieder gefunden.So sah der Tunnel von oben aus, es gibt einige Öffnungen nach oben, sodass man im Tunnel etwas sehen kann.…. und so von unten – es ging ohne Probleme, keiner von uns hat sich den Kopf angehauenBlaue Fischlis zum Starten ……. und ein paar gelbe Fischlis auf bunten Korallen ….… oder einfach nur bunte Korallen in einem gesunden Riff
Uns wurde aber beiden relativ schnell kalt (Wassertemperatur um die 24 Grad, sind wir nicht mehr gewohnt), also suchten wir bald unser Handtuch am Ufer, schnorchelten wieder durch den Tunnel und gingen nach oben – es ist auch über Wasser schön !
Das hätten wir unter Wasser nicht gesehen 😊
Wir machten einen Ausflug zum geschätzt 800 Jahre alten Banyan Tree, wahrscheinlich war dieser Baum sogar noch grösser, da einige Teile des Baums vor etwa 30 Jahren für den Bau einer Schule verwendet wurde – so wurde uns erzählt. Mittlerweile ist er geschützt. Auf jeden Fall hat jemand aus dem Team von James Cook 1774 den Baum dokumentiert, und er war damals schon riesig. Der Baum lebt und wächst immer weiter und hat im Moment eine Grösse von einem Fussballfeld. Der Banyan ist eine Feigenart und dieser hier auf Tanna ist der zweitgrösste Baum der Welt, der grösste steht in Indien.
Gegenüber dem sehr alten Banyan-Tree steht auch ein viel weniger alter und deutlich kleinerer männlicher Banyan Tree (laut Aussage von unserem Guide Sam ca. 200 Jahre). Der männliche Baum ist daran zu erkennen, dass er keine Luftwurzeln hat. Weiblicher, riesiger Banyan-Tree (ein Teil davon) – die Dame hat ordentlich LuftwurzelnDie Luftwurzeln dienen den Ästen auch als StützenDer Banyan Tree ist zirka 80 Meter hoch – ich bin ein Winzling (wieder mal – sorry für das Hochformat 😉)Wer findet Sam ? Auf jeden Fall fragte er, ob wir ihn als Affe sehen wollen, wollten wir und er stieg auf den Baum und schwang sich mit einer Luftwurzel durch die Luft☺️Der Banyan ist seit vielen Jahrhunderten wichtig in der gesamten Pazifik-Region. Oft wurden die Dörfer rund um einen solchen Baum gebaut. Der Grund ist der, dass im Banyan Tree die Ahnen und Geister wohnen. Auf diesem Bild sind sie in Form von gelb/schwarzen Männchen dargestellt.
Es gibt auf Tanna eine grössere Verbreitung von Leuten, die der sogenannten John-Frum-Bewegung angehören. Die Anhänger verehren eine messianische Figur namens John Frum. Dieser wird als weisser, amerikanischer Weltkriegssoldat dargestellt, der den Ureinwohnern Reichtum und westliche Güter („Cargo“) bringt. Die Ureinwohner sollen nur mehr an Frum glauben und nicht mehr in andere/katholische Kirchen gehen. Der Name Frum geht wohl auf die Abkürzung für “ John from Amerika“ zurück.
Aber warum erzähle ich das alles ? Der Mount Yasur ist das spirituelle und geografische Herzstück dieses Cargo-Kults, John Frum wohnt im glühenden Krater des Mount Yasur.
Um 14.00 war Abfahrt. Wir hatten 39 Kilometer zu fahren und brauchten dafür 2 Stunden. Schon diese Anfahrt war den Ausflug wert !
Das war der Grund für die zwei Stunden. Es ging teilweise stark rauf oder runter und vor allem recht rutschig. Zum Ansehen aber spektakulär ! Hier das Aschefeld kurz vor dem Vulkan, das alle durchqueren müssen, teilweise schon wieder bewachsen, teilweise eine unbewachsene Ebene.Der Bewuchs auf der Seite der Piste war ein auffälliges Pflanzengemisch, wohl auch eine Art Urwald.Der Yasur – hier hörten wir bereits die Eruptionen und auch der Schwefelgeruch war deutlich 🤢Hier das ganze AschefeldDafür war der Sonnenuntergang durch die Ausstösse des Vulkans speziell. Hören und fühlen konnten wir bereits die Eruptionen – es war eindrucksvoll !Knapp nach 18.00, mit eintretender Dunkelheit, konnten wir die glühende Magma sehen. Wir waren bereits eine halbe Stunde vorher auf dem Berg und irgendwie kam mir das Warten ähnlich vor, wie zu Sylvester. Wann war endlich Mitternacht ?Hören konnten wir viele Eruptionen mehr als sehen. Wenn die Dämpfe, die nach jeder Eruption aus dem Vulkan traten, noch nicht aufgestiegen und verweht waren, konnte man kaum etwas sehen – und dann musste man sehr schnell sein, weil ja dann die neuen Dämpfe kamen.Sylvester der Erde !!!!! Was ist das schön !
Wir waren wirklich geflasht von diesem Anblick. Leider ging es um 18.30 wieder runter und so schnell es ging wieder zurück zum Resort.
Zum Abschluss unseres Tanna Aufenthalt besuchten wir noch die Blue Cave. Obwohl ich den Ausflug mit Delphinen bestellt hatte, waren diese bei der Bootsfahrt nicht zu sehen – schade, aber so ist das mit der Natur !
Der Eingang zur Höhle von innen.Das schöne an dieser Höhle ist das Loch in der Decke, durch das die Sonne in die Höhle scheint.Gelegentlich schwamm ein Schwarm Fische unter uns …Nach einiger Zeit wurde durch einen Pfiff zum Aufbruch aufgefordert.
Es war schön, auch die Blue Cave gesehen zu haben und wir waren nur mit unserer Gruppe dort, manchmal hat es gleichzeitig mehrere Boote.
Voila, das war unser Ausflug nach Tanna, der uns wirklich sehr gut gefiel. Der Aufenthalt war „rund“ – wir hatten Zeit für uns, wir konnten wirklich schöne Ausflüge machen und das Resort war einfach grossartig und mit dem besten Essen auf der bisherigen Reise.
Nun geht es wieder zurück nach Port Vila, um dort das zurückgelassene Gepäck wieder mit dem mitgenommenen Gepäck zu vereinen, eine Nacht in Port Vila, dann eine Nacht Nadi (Fiji), dann startet das letzte Drittel der Reise: Samoa 😎