Wir haben also Palau verlassen – eigentlich hätten wir noch ein bisschen länger bleiben wollen, aber der restliche Ablauf ist geplant, komplett organisiert und teilweise auch bereits bezahlt.
Der Flug nach Brisbane ist notwendig, da es keine direkte Verbindung zwischen Palau und Vanuatu gibt – auch mit dem Schiff nicht und selbst wenn, würde diese Reise ein paar Tage dauern (die Luftlinie beträgt ca. 4.650 Kilometer).
Als wir Australien erreichten, konnten wir fast eine Stunde lang das Great Barrier Reef von oben sehen – das ist auch noch ein Plan für einen weiteren Urlaub – Pläne haben wir genug !

Nach knapp 6 Stunden sind wir in Brisbane. Es regnet leicht, es ist dunkel und gefühlt gerade mal 20 Grad. Nach dem heissen Palau erstmals eine Überraschung. Wir gehen zum Ausgang für die Shuttle Busse, da wir davon ausgingen, dass ein Pullman Brisbane Airport einen Shuttle-Service anbietet.

Ok, wir gingen zum Service Desk und sie erklärte uns den Weg, den wir natürlich auf Anhieb nicht fanden. Nochmals gefragt – aha, wir müssen zuerst mit dem Bus zum Domestic Airport fahren und von dort noch 10 Minuten laufen. Wir fanden den Bus, stiegen ein und ein paar Männer stiegen bei der „Station“ Pullman aus. Ich wollte auch, Thomas nicht, er wollte zum Domestic Airport. Wir stritten ganz kurz und Thomas fragte bei der Fahrerin nach. Sie bejahte, dass wir richtig gewesen wären, leider war sie bei dem Gespräch bereits wieder mit dem Bus unterwegs. Thomas sagte zu ihr: ok, wir fahren nochmals eine Runde. Also bei der 2. Runde klappte es dann, allerdings ist es ein inoffizieller Stop (im Kreisverkehr !) und der Busfahrerin war dies eher unangenehm.
Auf jeden Fall kamen wir uns so vor, als ob wir von der Palau-Bubble, die extrem komfortabel war, ausgespuckt worden wären und wieder in der realen Welt gelandet sind. Das Hotel Pullman war funktional und effizient, das Restaurant hatte sehr leckeres Essen.
Am nächsten Tag ging es in 3 Stunden Flugzeit nach Vanuatu. Hier kamen wir auf einem erwartungsgemäss viel kleineren Flughafen an, der aber fast die selbe Anzahl von Personen beinhaltete wie am Flughafen von Brisbane. Es war also sehr voll, sehr eng und sehr laut, ein einziges, jedoch friedliches Durcheinander.
Gleich zu Beginn unseres Aufenthalts hatten wir einen Mietwagen gebucht. Wieder mit Doo-Rental (wie in Korsika dieses Jahr auch schon) über eine Schweizer Plattform. Und wieder gab es keinen Schalter und nicht den kleinsten Hinweis, wo man Doo-Rental finden kann! In Korsika war am Ende Hertz zuständig, also gingen wir sehr selbstbewusst zum Hertz-Schalter. Erst hiess es ja, wir sind richtig, leider hatte er aber nur unseren Namen nicht richtig gelesen. Wir schauten dann bei Schaltern mit lokalen Mietwagen Vertretungen, keiner kannte Doo-Rental. Aber sie waren sehr hilfsbereit und verständnisvoll, telefonierten ergebnislos herum, bis ich die Telefonnummer für Support auf unserem Ausdruck fand. Wir hatten noch keine lokale SIM Karte, also rief jemand von einer anderen Firma für uns an. Plötzlich nahm eine Dame von Europcar am Schalter gegenüber, wo auch Claudia schon stand, um nachzufragen, das Telefonat an. Also Europcar! Doo-Rental ist wohl eine Art Zwischenhändler für günstige Deals, und offiziell will niemand etwas damit zu tun haben. Ende gut alles gut, ausser einer gehörigen Portion Nerven hatte es nichts gekostet. Wir bekamen wie reserviert einen 4Rad Pickup, mit dem man auch abseits der Teerstrassen fahren darf und kann.

Vanuatu ist ein souveräner Inselstatt im Südpazifik und besteht aus 83 Inseln, bzw. Inselgruppen, die auf dem Längengrad auf 1.300 km verteilt sind. Vanuatu hat knapp über 300.000 Einwohner und bemerkenswert ist, Vanuatu hat nun zum zweiten mal in Folge den World Happyness Index gewonnen. Nicht ganz so rosig sieht es mit dem HDI (Human Development Index – Gesundheit/Bildung/Lebensstandard) aus => Position 146 im Weltranking. Gesprochen wird hier hauptsächlich Bislama (Kreolsprache), Englisch, Französisch (Häufigkeit in dieser Reihenfolge) und eine von ca. 110 Lokalsprachen der ozeanischen Sprachgruppen.
Ein wichtiger Grund überhaupt nach Vanuatu zu fliegen, war für uns der Mount Yasur, ein aktiver Vulkan, bei dem man bis zum Kraterrand laufen kann und die Magma von oben beobachten kann – wir waren ja noch nicht auf Island, aber ich glaube, so eine Gelegenheit ist nicht häufig auf der Welt.
Hier noch ein bisschen Kartenmaterial:


Das Nasama Resort in Port-Vila ist viel einfacher als das Resort auf Palau…

Gleich am ersten Tag nach der Ankunft machten wir uns auf Wasserfallsuche und fuhren mit dem Ziel Rentapao Cascades los. Das Wasser ist extrem sauber und fliesst über weite, flache Felsstufen und bietet auch Felsenpools zum Schwimmen, was wir natürlich auch gemacht haben (auf Efate sollen laut KI noch nie Krokodile im Landesinneren gesichtet worden sein, zum Schwimmen wird man auch ausdrücklich ermutigt).




Wir verliessen den Rentapao-River und gingen gleich auf die Suche zum nächsten, dem Lololima Wasserfall. Um den Lololima Wasserfall zu finden, fragten wir eine ältere Frau nach dem Weg. Das war im Ort Montmartre, der bestand auf den ersten Blick nur aus Kirchen und Schulen. Wir fragten auf Englisch, sie antwortete fliessend auf Französisch und war erstaunt, dass wir dann auch auf Französisch weiter redeten. Vanuatu war bis 1980 durch ein anglo-französisches Kondominium verwaltet worden, die französische Sprache und Strassennamen etc. sind noch überall präsent.
Sie erklärte uns den Weg, verschwieg aber, dass dieser durch eine grosse Eisentüre versperrt ist.



Am nächsten Tag machten wir uns auf eine Rundreise um die ganze Insel auf. Noch vor dem Frühstück machten wir uns auf den Weg.



In Epao sahen wir viele raus geputzte Menschen, die sich offensichtlich versammelt hatten, um etwas zu feiern. Einige Kilometer später beobachteten wir, wie eine tote Kuh an einem Fluss ausgeweidet wurde. Noch ein paar Kilometer weiter, kurz nach Pang Pang (beim Sammelversuch an einer Brücke), hielten einige Fahrzeuge, die offensichtlich auch zu diesem Fest wollten. Das war die Gelegenheit zum Nachfragen: es wurde eine Hochzeit gefeiert, natürlich mit dem ganzen Dorf! Sie machten sich bereit, um die Braut zu Hause abzuholen, und zum Haus des Bräutigams zu bringen. Wären wir noch einen Tag länger hier gewesen, hätten sie uns eingeladen. Mehrere Fahrzeuge mit johlenden Menschen überholten uns später noch, wohl auf dem Weg zur Braut.
Am letzten Tag vor dem Weiterflug nach Tanna besuchten wir noch die Mele Wasserfälle. Diese waren ganz nah an Port Vila. Die Bewertungen im Internet waren nicht so toll, wir wollten ihn aber trotzdem sehen.
Wir zahlten einen Eintritt (wie immer in der Südsee gehört jedes Naturspektakel einem Clan oder Tribe, der so sein finanzielles Einkommen generiert) von 4.000 VUV (so heisst die Währung auf Vanuatu – sie wird Vatu ausgesprochen). Uns wurde dann schon gesagt, dass weiter oben nochmals ein Eintritt gezahlt werden muss, da der obere Teil des Gewässers einem Chinesen gehört. Zirka 300 Meter später war tatsächlich die zweite Zahlstation und wir mussten weitere 4.000 VUV bezahlen. Das waren dann in Summe ca. 60 CHF Eintritt für einen Wasserfall für 2 Personen. Es hiess ausserdem dass wir von nun an durch einen Dschungel laufen würden. Dieser Dschungel entpuppte sich als Bananen-Plantage und war zusätzlich vermüllt und der Weg schlecht gewartet 😡.

Thomas sammelte auch unterhalb dieses Wasserfalls. Leider war das Wasser stark belastet und es wuchsen viele Algen. Oberhalb konnte man noch eine Siedlung oder Agrikulturen erkennen. Ich kann’s hier zusammenfassen: entweder gibt es auf Vanuatu keine Eintagsfliegen oder Thomas hat sie trotz einigem Aufwand nicht gefunden. Schade, aber auch das ist ein Resultat, das akzeptiert werden muss. Vanuatu ist auch die Destination, bei der die Chance am geringsten war. Es gibt von einer früheren Expedition Hinweise, dass viele Fliessgewässer keine Eintagsfliegen beherbergen, damals wurden nur in einem einzigen Fluss (auf der grössten Insel Espiritu Santo weiter nördlich) 2 Arten gefunden. Unser Ergebnis bestätigt im Grunde das von damals.
Am Abend vor dem Abflug war wir gut beschäftigt. Nach Tanna darf man nur 10 kg Gepäck zum Aufgeben mitnehmen und maximal 5 kg Handgepäck. Dafür hatten wir eigene Taschen im Koffer mitgebracht und an eben diesem Abend mussten wir uns überlegen, was wir mitnehmen und wieviel das ganz ungefähr wiegt. Aber so nach einer Weile packen, umpacken und nochmals umpacken waren wir fertig ☺️
Nun freuten wir uns auf den Mount Yasur und auf die Insel Tanna. Tanna ist viel kleiner als Efate, es gibt wenig Asphaltstrassen, überhaupt keine Mietwägen und prinzipiell wenig touristische Infrastruktur. Aber es gibt viel Natur !

Alles Liebe an euch alle !
Claudia und Thomas
