2. Auf Eintagsfliegenjagd und Wasserfall-Sightseeing

Hier mal ein seltenes Bild im Hochformat (sieht leider vor allem auf dem Telefon nicht so gut aus), jedoch ist Palau wirklich lang und schmal und passt so leider wirklich nicht auf Querformat.

Palau liegt zwischen 2 Grad 30 und 8 Grad nördlicher Breite, besteht aus 356 Inseln, wovon 11 bewohnt sind. Die Landfläche von Palau ist mit 416 km2 übersichtlich. Die grösste Insel von Palau ist Babeldaob mit 328 km2. Auf dieser Insel ist dann auch das Kapitol und die Hauptstadt von Palau. Koror ist die Inselgruppe, süd-westlich von Babeldaob. Die beiden Inseln sind durch eine Brücke (Bridge of Friendship, bezahlt von Japan) verbunden. Auf Koror leben ca. 12.000 Menschen, und damit mehr als die Hälfte der ca. 20.000 (Zahl von 2025) Einwohner von ganz Palau. Babeldaob ist also recht leer, so teilen sich 17 Menschen einen km2. Im Total sind es ca. 5.500 (Zahl von 2020) Einwohner in Babeldaob

Bis zur Unabhängigkeit am 01.10.1994 war Palau ein UN-Treuhandgebiet unter der Verwaltung der Vereinigten Staaten. Bis heute ist der Staat mit den USA assoziiert und auch beeinflusst, so hat Palau den US-Dollar oder auch das Schulsystem so angepasst, dass nach dem Schulabschluss eine Universität in den USA besucht werden kann. Das passiert sehr regelmässig und unbürokratisch.

Noch ganz kurz zur Historie von Palau: Palau wurde vor etwas 3.000 bis 4.000 Jahren besiedelt, wahrscheinlich kamen die Seefahrer aus Indonesien oder dem Malaiischen Archipel. 1543 kam der Seefahrer Ruy Lopel de Villalobos als erster Europäer auf die Insel und nahm Palau für Spanien in Besitz. Es gab aber keine richtigen Kontakte zwischen Palau und Spanien. Erst 1885 erhob Spanien offiziell Anspruch auf die Insel und benannte sie Spanisch-Ostindien. Nachdem Spanien den Spanisch-Amerikanischen Krieg verloren hat, verkaufte Spanien 1899 Palau an Deutschland. 1914, zu Beginn des Ersten Weltkriegs annektierte Japan die Insel und nutzte Palau als wichtigen, strategischen militärischen Stützpunkt. Ende 1944 kam es dann zur blutigen Schlacht um Peleliu, die die USA gewann. Die Bevölkerung litt unter dieser Schlacht natürlich, jedoch kam es von keiner Seite zu Tötungen an der palauischen Bevölkerung – wahrscheinlich wurde sie von beiden Seiten zur Versorgung gebraucht. Heute ist Palau eine präsidiale Republik in freier Assoziierung mit den USA.

Unser Hotel liegt auf Koror und das Auto haben wir für Besuche von Wasserfällen auf der Insel Babeldaob gebucht. Wir besuchten die Wasserfälle im Uhrzeigersinn, der erste war der Ngatpang Wasserfall im Westen der Insel.

Nachdem wir 5 Dollar Eintritt gezahlt haben, hiess es erstmal viele, viele Treppen nach unten zu gehen. Je weiter wir nach unten kamen, desto höher wurde die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit stieg von 80 % auf 100 % (geschätzt) – jedoch unten angekommen, sahen wir bereits aus, als kämen wir aus der Dusche 😉

puddel – puddel – kraz – kraz – leider viel Fels, wenig Kies ! Bedeutet keine Eintagsfliegen !
Unterhalb des Wasserfalls wieder das selbe Bild – viel Fels, wenig Kies – trotzdem sucht Thomas wie wild 😉

Hier waren wir vollkommen alleine, was natürlich angenehm ist. Jedoch, ist das Resultat bezüglich Eintagsfliegen nicht nach Thomas Hoffnung. Keine Ausbeute beim ersten Wasserfall. Naja, macht nichts, wir haben das Auto ja noch 2 weitere Tage. Da es noch recht früh war, fuhren wir die ganze Insel rund rum und besuchten auch noch nach Kapitol.

Also das war wirklich spooky: ein riesiger Bau, sehr viele Parkplätze (teilweise von Autos benutzt), jedoch keine Menschenseele – weder auf der Strasse vor dem Gebäude noch zwischen den Gebäuden. Nichts !

Am nächsten Tag nahmen wir uns den Wasserfall Ngardmau vor. Also gleiche Strecke wie am Vortag, nur noch ein bisschen nördlicher. Wieder Treppen nach unten. Also dieser Weg war eine ganz andere Nummer, als der vom Vortag, noch viel weiter und steiler.

Treppen – viele, viele Treppen (sorry für das Hochformat, für Treppen gilt jedoch das selbe wie für Landkarten 😉)
Viele Wurzelwege zwischen den Treppen – teilweise mit argem Matsch
Über bläuliche Pilze …
… über eine Brücke ….
… und über Wasserrohre

Eigentlich hiess es, der Weg wäre 1.000 Meter lang, aber ich glaube, das ist die Luftlinie und berücksichtigt nicht das viele rauf und runter.

Pudelnass geschwitzt waren wir nun beim Wasserfall unten.

Thomas suchte gerade nach einer guten Einstiegsstelle als 4 Ranger kamen, um an diesem Platz ihr Mittagessen einzunehmen. Hmhm, die Leute waren eigentlich sehr nett, jedoch hätte sich dies wahrscheinlich geändert, wenn sie Thomas mit seinem Sieb im Wasser gesehen hätten. Speziell deshalb, da oben am Beginn des Wegs ein Schild hing, auf dem geschrieben wurde, dass die ganze Umgebung eine „no-take-Area“ wäre – also wirklich nichts darf entnommen werden.

Also liess Thomas es sein und wir traten, nachdem wir über eine Stunde gewartet hatten, dass die Ranger sich verziehen, den Rückweg an. Wieder Treppen, Wurzelwege, Rohre, blaue Pilze. Unterwegs schaute Thomas noch im Fluss, der vom Wasserfall abging nach Eintagsfliegen, jedoch ohne positivem Resultat.

Auf dem Weg nach oben investierten wir noch einen Kilometer hin und wieder zurück, um alte Lokomotiven zu besuchen.

Zwei Lokomotiven mitten im Dschungel von vorne
Die Lokomotiven stammt aus der Zeit der Japaner, das Unternehmen gibt es heute noch. Sie dienten dem Abbau und Transport von Bauxit.

Als wir den Weg nach unten und später wieder nach oben gingen, querten wir mehrmals die Schienen. Wir haben es sehr bedauert, dass dieser „Zug“ nicht mehr fährt 😎.

Die Lokomotiven von hinten.

Obwohl es keine Eintagsfliegen gab, fanden wir den Ausflug richtig schön und abwechslungsreich.

So ein Dead End sahen wir häufig. Wir haben den Eindruck, die Nebenstrassen sind am Beginn alle geteert, jedoch hört dieser Teer nach der ersten Kurve oder nach dem ersten Hügel auf. So haben Touristen oder auch der Präsident von Palau den Eindruck, ganz Palau wäre geteert.

Voila, 3. Tag, 3. Wasserfall, diesmal der Meseklat Wasserfall. Also, diesmal gleich von Koror aus nach Westen abgebogen.

Hier der Meseklat Wasserfall, oberhalb. Wir waren alleine und Thomas konnte mit seinem Sieb ins warme Wasser steigen – leider jedoch wieder ohne positivem Resultat.

Den Wasserfall von unten können wir auch nicht zeigen, den haben wir nicht gefunden. Es gab zwar ein Schild, mit Pfleilen für Meseklat River und Meseklat Waterfall, jedoch gab es in Richtung der Pfeile keine Wege. Das Schild war also entweder ein (schlechter) Witz oder boshaft.

Wir fuhren nach dem Wasserfall noch in das einzige Restaurant in der Nähe des Kapitols. Über das Essen gibt es nichts zu erzählen, die Aussicht war jedoch schön !

Mit diesem Blick geht selbst das schlechteste Curry 🤣

So, jetzt geht es nur mehr darum, wieder ins Hotel zurück zu fahren. Nun blieb Thomas jedoch bei jeder Brücke stehen und schaute ins Wasser runter, um zu schauen, ob sich ein Sammelversuch lohnen könnte. Bei der zweiten Brücke drehte sich Thomas zu mir um, und schrie in einer Mischung aus Entsetzen und Ungläubigkeit und mit riesig grossen Augen: „ein Krokodil !!!!!!!!“

Das Krokodil war fast 2 Meter lang und füllte den kleinen Fluss fast aus, es schwamm auch sehr schnell weiter (zu schnell für ein Foto, das Foto hat die KI generiert).

Diese Szene trübte dann wohl Thomas‘ Motivation weiter nach Eintagsfliegen zu suchen ….

Ich auf der anderen Seite war sehr froh, dass wir beide noch beide Beine haben !!!

Crocodile swimming through a dense tropical rainforest stream
Ein Leistenkrokodil (Salzwasserkrokodile, die grösste Krokodilart), auf Palau gibt es ca. 750 davon, hauptsächlich im Lake Ngardok und in den Mangroven um die Inseln herum, aber eben nicht nur ! Es ist die gleiche Art wie in Neuguinea. Sie können weite Strecken über’s Meer schwimmen und haben vor langer Zeit Palau erreicht. In Palau leben sie im Salz-, Süss- und Brackwasser. Nach Auskunft der Einheimischen sollen sie in den kleinen Flüsschen sehr selten vorkommen (wer’s glaubt…).

Liebe Grüsse an Euch Zweibeiner !

Claudia und Thomas

2 Kommentare zu „2. Auf Eintagsfliegenjagd und Wasserfall-Sightseeing“

  1. 🐊 Ein Krokodil von fast 2 Metern Länge! 😳

    Krokodile sind definitiv keine Streicheltiere! Sie sind wilde Raubtiere und machen auch vor neugierigen Touristen nicht unbedingt Halt. Wer ihnen zu nahe kommt, riskiert sein Leben. ⚠️

    Abstand halten und die Wildtiere respektieren – Sicherheit geht vor! 🌿🐊

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