Bereits am 29.04.2026 hatten wir einen Termin, um mit dem Zeppelin von Friedrichshafen eine Rundtour zu fliegen. Jedoch, hatten wir die Rechnung ohne den Wind gemacht. Das bedeutet, unser Flug wurde storniert, da zu windig und daher zu gefährlich !
Also machten wir einen neuen Termin aus, es wurde der 15.06.2026 früher Nachmittag. Am 14.06.2026 morgens überlegten wir hin und her, welche Strecke wir morgen fahren und wann wir fahren. Und fanden dann spontan eine Lösung: wenn wir bereits heute fahren, brauchen wir auch nur eine Übernachtung (um nicht hin- und zurück an einem Tag fahren zu müssen), sind aber vollkommen entspannt, wenn wir in den Zeppelin steigen.
Gut, so machen wir’s. Zuerst jedoch noch bei Zeppelin anrufen, ob wir mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit am 15.06. fahren können, dann noch Unterkunft gebucht und noch das Mittagessen im Hanger-Restaurant in Friedrichshafen reserviert.
Unterwegs im Auto fiel uns ein, dass heute die deutsche Mannschaft gegen Curacao spielt, um 19.00. Das schreit doch nach einem Public Viewing ! Was haben wir doch für einen guten Plan gebastelt 😉
Wir erreichten unsere Pension um ca. 18.00. Noch genug Zeit um wieder an den See zu fahren und im Restaurant Lammgarten einen freien Platz zu suchen.
Hui, das wird eng !!! Wir haben es mit Taktik geschafft: wo eine halbe Backe Platz hat, hat bald die ganze Backe und dann auch noch eine zweite, ganze Backe Platz. Es konnte los gehen !Bereits nach Minute 5:41 ging es los: „VÖLLIG LOSGELÖST VON DER ERDE …..“ singen die ca. 500 Menschen im Biergarten gemeinsam 🤗Beim 1:1 wurde nicht gesungen. Wie Ihr aber wisst, konnte das Lied „Major Tom“ von Peter Schilling noch weitere 6 mal gesungen werden. Wenn du mal keine Lust auf Fussball hattest und den Kopf ein wenig gedreht hast, war dieser Anblick auf den See auch nicht so schlecht.
Die Stimmung im Lokal war fröhlich, friedlich, multi-kulti und entsprechend dem Resultat euphorisch. Das war ein sehr schöner Abend im Lammgarten und wir fuhren sehr zufrieden zu unserer Unterkunft.
Nach einem guten Frühstück und dem Bezahlten der Rechnung fuhren wir in der Mitte des Vormittags wieder an den See und in Richtung des Flughafens von Friedrichshafen. Dieser erinnert stark an den Flughafen in Bern (von der Grösse her). Nachdem wir bis auf eine Werbung von Zeppelin keine Spur sahen, dämmerte uns, dass wir hier falsch sind. Wir mussten auf die andere Seite des Flughafengeländes, zum Zeppelin Hangar.
Dort angekommen, beobachteten wir das Starten und Landen der zwei Zeppeline. Sehr interessant !
Hier landet gerade der eine Zeppelin. Bevor er richtig landet, wird er von vorne an einem Seil, das von der Spitze der Hülle herunterhängt, von einem Menschen gehalten. Ihr könnt auch sehen, wie klein das Rädchen ist, das erst zum Boden kommen muss !Hier nun die Fortsetzung, das hintere Rädchen ist auch unten, nun steht der Zeppelin auf den beiden Rädchen. Das hintere Rädchen ist drehbar. Bedeutet, wenn ein wenig Wind geht, rotiert der Zeppelin mit dem Hinterrad entweder nach links oder nach rechsts. Der Zeppelin hat also einen sehr grossen Platzbedarf !Wir sind nicht alleine mit unseren Beobachtungen !Und hier noch das Restaurant „Hangar“Hier beide Zeppeline auf einem Blick. Der untere Zeppelin verlässt mit neuen Passagieren den Platz, der obere Zeppelin fliegt zur Landung.Auch das gab es zu beobachten: der Zeppelin hängt am Kran. Der Kran wird eingesetzt, wenn das Flugschiff entweder betankt oder bei Ende der Schicht in den Hanger gefahren wird. Im aktuellen Fall wurde der Zeppelin betankt.Nach einem guten Mittagessen machten wir uns auf den Weg zum Check-In. Der Slogan von ZeppelinNT machte uns neugierig, wird diese Art zu fliegen wirklich die schönste sein, oder die im GyroCopter ?
Vor Abflug erhielten wir noch eine kleine Zeppelin-Show und dann wurden wir noch instruiert, wie der Wechsel der Zuschauer stattzufinden hat. Wir müssen uns in 2er Teams hintereinander auf der Wiese aufstellen (wir sahen aus, wie eine kleine Gruppe von Kindergartenkindern – nur das Seil in der Mitte fehlte). Vor uns wird ein Guide in gelber Schutzweste stehen, der uns Zeichen gibt, wenn wir uns auf der Wiese bewegen sollen. Also mal mehr nach rechts, dann wieder nach links, nach vorne und nach hinten. Es hing wohl damit zusammen, dass der Zeppelin sich ja mit dem Wind dreht und niemand wollte, dass ein paar Besucher überrollt werden.
Wir würden auch Zeichen erhalten, wenn es Zeit war einzusteigen, aber immer nur je 2 Personen (mit Ausnahme der letzten 3). Erst mussten zuerst 2 Personen von den neuen Passagieren einsteigen, damit 2 andere aussteigen konnten. Dies damit das Gewicht der Kabine nicht zu gering wird und dadurch der Zeppelin abheben könnte. Ok, wir hatten alle verstanden 😉
Nun standen wir als Kindergartenteam unter dem Zeppelin, der noch im Landevorgang war. Hier ist das Seil besonders schön zu sehen, an das sich ein Angestellter von Zeppelin wohl recht bald hängen wird.So, jetzt hat er’s, das Seil ! Hier sieht man das komplette Gegenteil von „Völlig losgelöst“Ein Happy-Bunny vor dem Abflug. Man kann hier auch gut sehen, dass die Armaturen und Anzeigen ein wenig komplexer sind als beim GyroCopter (ihr erinnert euch: eine Anzeige für Höhe und Geschwindigkeit, sonst nichts) 😂Wir fliegen ! Völlig losgelöst von der Erde ….. 😂Bald können wir den Säntis sehen. Laut unserer Flugbegleitung ist dies eher ein rarer Anblick, da er häufig aufgrund von Dunst und Wolken verhangen ist.Ein Blick auf die Insel Lindau – unserem Umkehrpunkt. Von oben gefiel uns Lindau sehr gut, von unten kenne ich die Stadt noch gar nicht (wir fahren nur häufig daran vorbei) – das soll sich nun bald ändern ! Apropos Blick: wir dürfen uns alle im Zeppelin frei bewegen (bis auf die Pilotin natürlich), es wurden sogar 2 Fenster geöffnet !Wasserburg, hier wurde Martin Walser geboren und wohnt auch heute noch am Bodensee nicht weit von hier entfernt.Die 45 Minuten der Fahrt vergingen sehr schnell, wir befinden uns wieder im Anflug am Flughafen. Die neuen Passagiere stehen schon bereit – das mit der Aufstellung müssen die noch ein bisschen üben 😉
Wir bekommen nun neue Anweisungen, wie von unserer Seite das Verlassen des Zeppelins zu erfolgen hat. Ebenfalls in Zweiergruppen nach eine Aufforderung des Personals. Und vorab sollen wir uns nebeneinander auf einer Seite des Ganges zwischen den Sitzreihen stellen. Es wird mit der Be- und Entladung des Zeppelins begonnen. Ich bin an der Reihe, bekomme ein Zeichen und gehe alleine, stelle mich zur Gruppe dazu.
Hallo, hier stimmt etwas nicht !!! Ich bin draussen, Thomas ist nicht da, die Treppe zum Zeppelin ist weg, die Türe zur Kabine geschlossen. Nun hebt der Zeppelin noch das Hinterteil, von dem abgesehen, dass er vom Wind immer weiter nach rechts geschoben wird.Da stehen auch noch zwei, die in den Zeppelin rein wollen. Und Thomas (und noch 3 weitere Personen) wollen natürlich raus. Das ganze dauert und in der Zwischenzeit bekommen wir immer wieder Zeichen von der Gelbjacke, wir sollen uns nach links bewegen, nach rechts, nach vorne, nach hinten. Naja, so kann man auch die Zeit verbringen und ich komme mir langsam vor wie ein Lemming 🙃Endlich ! Die Türe ist wieder geöffnet, die Treppe wieder dran gesetzt, die zwei Wartenden sind bereits im Zeppelin und Thomas darf raus ! Das Handzeichen gilt Thomas, möglichst schnell zur Gruppe zu kommen, nur schaut Thomas nicht – aber er kommt ja schon 🙂
Hier noch ein paar technischer Details und ein wichtiger Punkt für meinen Vater vorab: in der Zeppelinhülle ist ausschliesslich Helium, ein geruchsfreies und nicht explosives Edelgas. Wasserstoff ist seit 1937 (Hindenburg-Unglück) verboten.
Bevor wir nun losfahren, gehen wir nochmals ins Restaurant und trinken Cola und Kaffee, um dann anschliessend wieder nach Hause zu fahren. Dabei diskutieren wir: ist es nun die schönste Art zu fliegen ? Und einigen uns: nein, fliegen ist mit dem GyroCopter schöner, schweben und Landschaft beobachten kann man aber mit dem Zeppelin am besten !!