Auf der anderen Seite der Savusavu-Bucht

Im letzten Beitrag haben wir erzählt, dass wir zum Diwali-Fest im Planters Club eingeladen sind. Wir freuten uns darauf, machten uns sauber und hübsch und machten uns um 18.00 auf den Weg. Die Strassen waren ungewöhnlich leer. Im Planters Club war zwar einiges geschmückt, es sassen aber nur mehr oder weniger betrunkene Männer rum.

Die Stimmung war „bombig“, aber trotzdem besser als in unserem „Internat“.

Voila, nix war’s mit dem Lichterfest für uns. Nachträglich haben wir erfahren, dass die Einladung wohl 2 Tage früher gegolten hat, damit die Angestellten am eigentlichen Diwali zuhause mit ihren Familien feiern können. Das hatten wir also verpasst – schade!

Aber etwas sehr positives stand am nächsten Tag an: wir können das Internat verlassen! Fröhlich verliessen wir das alte Hotel, GoogleMaps zeigte uns den Standort an, leider100 % in die falsche Richtung. Nach telefonischem Kontakt mit Lisa, unserer neuen Gastgeberin, konnten wir doch noch einigermassen pünktlich ankommen, auf der anderen Seite der Bucht von Savusavu, ca. 18 km von Savusavu.

Lisa und Roy sind sehr nett, wir haben einen ganzen Bungalow für uns, die Unterkunft kostet weniger als das Internat, das Haus ist sauber, wir sind sehr zufrieden 🤗🤗

Unsere Terrasse mit Day Bed

Und dann passierte noch ein kleiner Hammer. Von Lisa erfuhren wir, dass die Orange Frucht Taube hier in diesem Gebiet lebt und dass sie sie regelmässig sieht. Thomas und ich sitzen am späteren Nachmittag bei einem Drink auf der Terrasse und sehen:

Orange Fruit Dove, Ptilinopus victor, leider in unscharf, die orangen Federn mit dem grünen Kopf sind jedoch gut zu erkennen. Die männliche Taube sass ca. 20 Minuten vor unserer Terrasse, leider gibt das Telefon nicht mehr her (in diesem Moment habe ich mein 600er Tele sehr vermisst).
Dieses Foto zeigt das Weibchen mit seinem Jungen. Das Foto haben wir von Lisa geschickt bekommen, das Weibchen hat in einem ihrer Büsche gebrütet, mehr oder weniger in Augenhöhe (wir haben das Nest gesehen, das wenig prächtig war)

Einer unserer Wünsche war, diese Taube auf Fidschi zu sehen, das ist hiermit gelungen !

Am nächsten Tag waren wir bei Kava (nicht Kawa, der mag das nicht einmal) zum Mittagessen eingeladen. Er war der Guide, den wir im Cousteau Resort beim Schnorcheln hatten. Es war eine spontane Einladung und ich hatte spontan zugesagt, aber sicher waren wir uns beide nicht, ob die Idee gut ist. Immerhin war es eine Gelegenheit, das Leben der einfachen Leute (echte Fidschianer) ewas kennen zu lernen. Wir fuhren morgens auf gut Glück los, den Name des Dorfes wussten wir nur noch ungefähr (für uns sind die Namen von Menschen und Orten eine Anreihung von Vokalen und Konsonanten), die Lage hatte er uns beschrieben. Als wir das wahrscheinlich richtige Dorf erreichten, kannte niemand Kava. Wir fuhren weiter bis fast ans Ende (Strand) und fragten wieder Leute an einer Bushaltestelle (diese sind auf Fidschi der zentrale Treffpunkt).

Hier wussten sie, wo Kava wohnt
Es ist das grüne Haus hinter dem blauen.

Es waren 3 Häuser der gleiche Familie (ein sogenannter Clan, nicht negativ zu verstehen). Thomas rief „Bula“ etc., bis jemand angelaufen kam (die Schwester). Sie telefonierte mit Kava, der einen ungeplantenTaucheinsatz im Resort hatte. Offensichtlich hatten sie nicht ernsthaft mit uns gerechnet, da wir nicht einmal unsere Telefonnummern ausgetauscht hatten. Später erfuhren wir, dass sein Söhnchen sofort zur Kirche (die Familie ist katholisch) rannte, um seiner Mutter Bescheid zu sagen, da noch einiges vorzubereiten war.

Hier wurde die Kokosnuss geraspelt.

Wir wurden von der Familie mit reichlich frischem Mangosaft bei Laune gehalten, bis Thomas dann mit unserem Auto voller kleiner Jungs Kava im Resort abholen konnte.

Danach gab es ein originales Fidschi Mittagessen in ihrem sehr einfachen Haus: Seegras in Kokossauce, gegrillte Fische (selbst von ihm mit Speer gejagt), Muscheln, Hühnchen-Curry (für sie teuer, weil das Hühnchen gekauft werden muss – und natürlich war das Fleisch inklusive Knochen, wie fast überall auf Fidschi), Kassawa (statt Brot, = Maniok), Thunfisch. Dazu Mangosaft von ihrem Baum.

Die Folien waren wegen der Fliegen auf den Tellern
Kava mit seiner Nichte, die Thomas unentwegt anstarrte.

Danach ein Kaffee und ein Spaziergang am Strand.

Selbst der Hund der Familie kam mit

Als Geschenk hatten wir Cookies für die Kinder dabei und auch noch eine riesige Packung Eis gekauft, ausserdem gaben wir einen angemessenen Geldbetrag (50 F$) (durch ein vorsichtiges Gespräch wurde uns klar, dass das wichtig war, sonst sind die Kosten für diese Leute nicht tragbar).

Am nächsten Tag fuhren wir nach Labasa im Norden der Insel, quer durch wunderschönes Berggebiet. Das Städtchen selbst mit 30.000 Einwohnern ist indisch dominiert, dreckig, lebhaft und laut. In einer neuen Shopping Mall haben wir ausgezeichnet indisch gegessen (Tipp von unseren Gastgebern Lisa und Roy).

Danach gingen wir noch zum Markt, um für Lisa Kohl zu holen.

Diese Eisenbahnbrücke wird von Einheimischen benutzt. Wir waren dann doch zu ängstlich und haben einen kleine Umweg genommen.
Impression vom Markt
Hier seht Ihr zwei erwähnenswerte Dinge: 1. die Zuckerrohrernte hat begonnen (das ist die Ladung vom LKW und 2. das ist DIE Ampel der Insel Vanua Levu, andere gibt es nicht.
Und hier noch der Grund, warum der Kohl notwenig war: Sashimi vom Gelbflossen-Thunfisch – es war das frischeste Sashimi, das wir je gegessen haben. Der Fisch lebte noch vor 6 Stunden, bevor wir ihn auf dem Teller hatten. Zubereitet wurde das Sashimi von Roy, der ursprünglich Japaner ist.

Auch für einen Strandspaziergang hatten wir Zeit. Wir liefen von der Sekawa-Bay zum Sekawa River, das sind ca. 2 km eine Richtung. Hier muss man auf die Gezeiten aufpassen, bei Flut ist der Weg nicht machbar.

Das war die einzige Krabbe, die versuchte sich zu verstecken. Alle anderen, die wir sahen rannten mit einem Affenzahn ins Meer.
Sossusvlei auf Fidschi

Heute fliegen wir von Vanua Levu nicht Viti Levu zurück. Wir waren jetzt 11 Nächte auf dieser Insel und obwohl wir viel gesehen haben, ist es recht schwierig hier, Unternehmungen zu organisieren. Wir hätten gerne z.B. eine Kajakfahrt auf einem Salzsee gemacht, das ging jedoch nicht. Uns wurde gesagt, der Salzsee gehört einem Clan. Von ebendiesem Clan ist der Chef gestorben und aufgrund von Respekt schliessen sie nun für 6 Monate den See. Etwas ähnliches hörten wir auch für das Waiseli Reserve, der Wald einfach geschlossen. Oder eine andere Geschichte: wir wollten mit einer zweiten Tauchbasis einen Schnorchelausflug organisieren, die Besitzer von der 2. Tauchbasis sind jedoch bis Mitte Dezember auf Heimaturlaub und die Basis geschlossen. Die Verlässlichkeit und Planbarkeit ist in Fidschi generell begrenzt, zumindest wenn echte Fidschianer involviert sind. Nicht schlimm, es gab genug andere schöne und vor allem spontane Dinge zu tun.

Liebe Grüsse und wir melden uns wieder von Viti Levu

Claudia und Thomas

2 Kommentare zu „Auf der anderen Seite der Savusavu-Bucht

  1. Labasa! Da kennen wir den „Flughafen“ recht gut, also besser als uns lieb ist. Wir mussten dort recht lang auf ein Taxi warten. Gibts den Flughafen eigentlich noch? Wir hatten damals das Gefühl, dass es noch einen finalen Zyklon braucht, und dann ist das Flughafengebäude Geschichte 😉

    Geniesst noch eure Reise, wir reisen gerne mit, so ganz gemütlich von der Couch aus. Bis bald!!!

    Like

  2. Coucou Andrea, in Labasa sieht viel so aus, dass ein Zyklon einen finalen Zusammenbruch des Gebäudes, der Brücke, der Strasse …. verursachen würde. Aber wo, um Himmels Willen, seid Ihr denn mit dem Taxi, als es endlich kam, dann hingefahren ?????? Ich habe in dieser Gegend nichts gefunden und ich habe mir die Finger wundgegoogelt ……

    Like

Hinterlasse eine Antwort zu Andrea Rocchi Antwort abbrechen