Wir sind im letzten Beitrag also in der No-Worries-Bay angekommen, sie liegt auf einer Art Halbinsel mit vorgelagerten Inseln, die auch den Spitznamen „Cannibals Isles“ tragen, da diese Sitte dort wohl lange und intensiv gepflegt wurde. Die Anlage enthält 4 Wohneinheiten: zwei Doppelzimmer in einer Bure, eine Familienbure und einen Dorm (das bedeutet Schlafsaal, also eine Backpacker-Unterkunft (wir haben exakt 0 !! Backpacker in unserem ganzen Urlaub gesehen).
Bei Ankunft in der No-Worries-Bay sind wir regelrecht von Mosikos überfallen worden. Zu 100erten fielen sie über uns her. Die ganze Zeit auf Fidschi haben wir recht viele von diesen Quälgeistern (es ist der erste Monat der Regenzeit, also nicht wirklich überraschend), aber hier war es wirklich schlimm. Eines der Dinge, die wir sofort neu kaufen müssen ist Repellent.

Der Raum ist sehr rustikal, in die Jahre gekommen, manches sauber, manches weniger. Besonders das Geschirr ist wirklich dreckig. Wir haben dann einfach das Geschirr gewaschen, das wir benutzen werden und für uns war’s dann gut.


Kurz schauten wir uns Rakiraki an und gingen dort noch einkaufen.

Noch ein Wort zu den Kannibalen: Für manche indischstämmigen Fidschianer (die sich meist noch als Inder definieren) sind die echten Fidschianer (meist Melanesier) alles Nachfahren primitiver Kannibalen, das ist aber so wohl eher eine „alternative Wahrheit“ im Trump’schen Sinne und zeigt die potentielle Geringschätzung eines Teils der indischen Teilbevölkerung gegenüber den echten Fidschianern. Allerdings war der gelegentliche Kannibalismus in der Vergangenheit tatsächlich verbreitet und in der Gegend um Rakiraki haben sie es wohl besonders toll getrieben. Der Tribe-Chef Udre Udre soll Mitte des 19. Jahrhunderts ca. 999 Menschen mit Genuss verzehrt haben. Sein Ende ist nebulös, gerüchtehalber hatte die damalige Regierung genug von seinen Umtrieben und liess ihn erschiessen. Seine Grabstätte kann man bei Rakiraki am Rand der King’s Road sehen, jeder der Steine um die Grabstätte herum soll für eines der unglücklichen Opfer stehen, Udre Udre soll diese Steine selbst gesammelt haben.


Am Vortag hatten wir organisiert, dass wir zur Insel Nananu-i-Ra gebracht werden. Bei der Buchung wurde uns gesagt, dass es keinen Strom auf der Insel gab, wir also keine gekühlten Getränke oder irgendetwas zu essen bekommen können. Es gibt Leitungswasser. Wir haben trotzdem gebucht.
Wir fuhren also zur Ellington Warf, warteten eine Weile und wurden dann übergesetzt. Um das Auto zu parken mussten wir an ein sehr altes Paar 10 $ zahlen. Ziemlich sicher eine Abzocke, aber sie sahen so aus als ob sie das Geld tatsächlich gebrauchen könnten.









Um 15.30 werden wir wieder ans Festland zurück gebracht. Nananu-i-Ra war den Ausflug wert, aber so lange der Break Down des Generators noch anhält, kann ich mir kaum vorstellen, hier längere Zeit zu verbringen. Friedlich ist es jedoch auf jeden Fall hier und die Schönheit dieser Insel kann mit „morbid“ gut umschrieben werden.
Die Welt der Resorts scheint hier unterzugehen, alle behaupten aber, dass morgen oder „in Kürze“ weitere Gäste kommen würden, das klingt aber nicht sehr glaubhaft. Etwas ist hier in Schieflage geraten, wir haben es aber noch nicht ganz verstanden. Hurrican Winston von 2016 ? Corona ? Auch auf der Hauptinsel gibt es derzeit nur sehr wenige Touristen, ebenso auf Vanua Levu. Nach offiziellen Zahlen ist die Gästezahl aber 2024 um 7% gegenüber 2023 gestiegen. Die Steigerung scheint wohl von einem sehr tiefen Niveau gestartet worden zu sein.
Also, nochmals zu den Moskitos: Wir wurden überall gestochen, Thomas weniger als ich. Er scheint einen Nichtangriffspackt geschlossen zu haben. Dieser galt bisher überall, bei No-Worries-Bay nicht mehr. Wir hatten im Lauf des Urlaubs einen Moskito-Score entwickelt, der den Erfolg der Abschüsse (Tod der Moskitos) mass.
Hier die Visualiserung der Scores:


2 Punkte gibt es für Moskitos, die in der Luft erwischt werden, das Resultat sieht dann natürlich gleich aus, wie beim letzten Punkt.
Bei der Rückfahrt von der No-Worries-Bay nach Nadi hat Thomas einen neuen Score eingeführt, nämlich Moskitos im Auto killen. Er killte eine gegen die Scheibe, im Fahren ! Also volle 3 Punkte.
Ich konnte dann auch noch eine erwischen. Das sieht dann so aus:

Bei normalen Dämmerungen hatte ich in der Vergangenheit um die 20 Punkte, Thomas 5. Bei der No-Worries-By kamen wir beide auf die 40 und mehr Punkte 🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟🦟
Darauf, dass sich dieses Thema in Europa wieder erledigt hat, freuen wir uns sehr !!!!!
Wir sind jetzt in Nadi, haben noch 3 Tage im „Abklingbecken“ mit leichten Aktivitäten und fliegen am Mittwoch von hier wieder zurück.
Alles Liebe,
Claudia und Thomas

Nananu-i-ra, schön seid ihr dort auch gewesen!
Wir waren auch bei McDonalds Cottages (mit Strom) und verbrachten ein paar Tage dort, hatten auch eine längere Wanderung bei grosser Hitze in den Norden gemacht (total einsamer Strand). War toll. Einen Teil der Insel könnte man sogar kaufen!
Schöne Ferien noch!
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Coucou Marco, wir haben das Gerücht gehört, dass die ganze Insel von einem Inder gekauft worden ist. Wenn dem so ist, hemmt dies natürlich jede Lust auf Investition von anderen Personen.
Liebe Grüsse an den Bielersee !
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Wir hatten vor fünf Jahren (vor Corona!) schon das Gefühl, dass es mit dem Tourismus in Fiji nicht gut läuft. Die meisten Resorts sind verlassen, überall hängen „For Sale“-Schilder herum und Touristen trifft man fast keine. Und es sieht auch überall etwas gammelig aus. Wir erinnern uns noch an Savusavu, der „schönsten“ Stadt Fiji’s, wo wir uns dann gefragt haben, wie erst die anderen Städte alle aussehen…
Auf jeden Fall wünschen wir euch noch eine schöne Heimreise! Liebe Grüsse aus der moskitofreien Schweiz!
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