Wir sind auf einer neuen Insel (Vanua Levu), in einer neuen Unterkunft und einiges hier ist eher ungewöhnlich bzw. befremdlich. Aber ich starte mal wieder in der Vergangenheit, beim Abschied von AJ, seiner Familie und seiner Unterkunft.







Savusavu ist der grösste Ort von Vanua Levu, der Flugplatz wirkt wie ein „Busch-“ Flugplatz, eine kurze Piste und ein Wartebereich wie eine Bushaltestelle, alles sehr gemütlich. Irgendjemand aus den Hotels sieht das Flugzeug wohl landen und schickt dann den Fahrer los, um die wenigen Gäste abzuholen. Nach einigen Minuten sind wir am Hotel, die Zufahrt ist extrem steil, nur mit Allrad zu bewältigen.
Das erste was wir hörenist, dass wir unsere Schuhe ausziehen sollen. Es gibt keinen Platz zum Sitzen, also bücke ich mich, um die Schuhe auszuziehen. Dabei will der freundliche Schäferhund mein Gesicht ablecken. Nicht so toll. Dann werden wir unbeschuht auf die Terrasse gesetzt, uns wird ein Fruchtsaft hingestellt und Spalten von Kokosnüssen. Das Paar, das mit uns im selben Taxi angereist kam, sagte, sie wollen keinen Saft, sie wollen Champagner (wie auf der Webseite versprochen) und Bier. Thomas und ich sitzen brav beim Saft. Die Unruhe wird noch ein wenig grösser, dann nun mit neuen Getränken, wird dem Paar gesagt, die erste Nacht werden sie nicht direkt im Hotel sein. Eher lange Gesichter. Nun sind wir an der Reihe: wir haben fast 50 % angezahlt, nun soll noch der verbleibende Betrag mit Kreditkarte bezahlt werden. Ich bin recht von der Socke, war nicht vorbereitet auf eine Bezahldiskussion bei Ankunft in einem Hotel. Die Details vom April hatte ich auch nicht gerade präsent. Und, ich hatte überhaupt nicht das Gefühl, irgendwie willkommen zu sein. Leider sagte ich das auch 🤭.
Wir hatten bis jetzt auch keinerlei Information über das Hotel erhalten. Leider musste ich pieseln, also fragte ich eine der Damen: „I need to go to the ladies“. Sie verstand mich nicht. „I have to go to the loo“. Sie verstand mich immer noch nicht. Der Taxifahrer übersetzte für mich und sie brachte mich in unser Zimmer und zeigte auf die Toilette, blieb aber stehen, wo sie war. Ich sah sie ratlos an und sagte etwas wie „but you are still in the room“. Dann endlich verstand sie und liess mich alleine 😕
Überhaupt entpuppte sich das Ganze nicht wirklich als Hotel, das wir als kleinen Luxus nach der einfachen (aber sehr herzlichen) Unterkunft bei Ba gerne gehabt hätten, sondern eher als „Bed & Breakfast“ mit toller Aussicht, aber ohne weiteres Angebot. Das „Restaurant“ hatte kein spontanes Essen verfügbar, sondern man konnte nur für den nächsten Abend im Voraus ein Gericht aus einer winzigen Auswahl bestellen. Die „Bar“ bot Wasser aus dem Hahn, eine Auswahl an Spitituosen und eine 1/4 Flasche süssen Rotwein. Alles andere nur auf Vorbestellung für den nächsten Abend. Cocktails waren für 20.- Fidschi $ auf der Karte (ca. 8.- EUR), allerdings musste man sie selbst mixen, das Personal war nicht kompetent dafür. Dummerweise gab es aber auch kein Cola, Fruchtsaft, Tonic etc., also unmöglich einen Cocktail zu machen. Danaben gab es viele Regeln was man machen soll oder lassen soll (rauchen…). Anspruch, Realität und Kundenbedürfnis waren meilenweit voneinander entfernt. Was kann man machen ? Die Getränke selbst kaufen (ist billig und war erlaubt) und sie dann den Berg raufschleppen. Das ist aber nicht die Idee eines Hotels, aus unserer Sicht. Alle Aktivitäten wurden durch die steile Lage ohne Taxi unmöglich, das ist aber kompliziert und verunmöglicht jegliche Spontanität. Unsere erste Reaktion war eine lokale SIM Karte und Taxi Telefonnummern zu sammeln (es gibt viele im Ort…), funktioniert sehr gut. Für weitere Ausflüge zu Wasserfällen (wie soll ich den Leuten erklären, was wir dort machen, ohne dass sie die Rettung alarmieren…?) oder anderen Zielen sind Taxis weniger geeignet, da sie dann dort warten müssten etc. und wir nicht mehr flexibel sind. Es brauchte eine grosse Lösung, ohne Rücksicht auf Verluste (im wahrsten Sinne des Wortes): wir klapperten zu Fuss einige Rental Car Firmen ab und mieteten am selben Tag kurzerhand ein Auto mit Allradantrieb. Das war der Befreiungsschlag ! Das wollten wir auf dieser Insel eigentlich nicht, da die Strassen schwierig und ohne Allrad (eher teuer) riskant sind, und ausserdem gibt es keine „rundum sorglos“ Versicherungspakete, was natürlich einen Grund hat. Man muss also ins Risiko gehen. Jetzt haben wir eine richtigen Boliden, das einzige 4-Rad Auto, das wir kurzfristig bekommen konnten.




Nun waren wir wieder positiv und machten Pläne, was wir hier nun alles besuchen können. Als einer der ersten Ausflüge fuhren wir den „Hibiskus-Highway“ entlang.




Voila, dieses Hotel hat bis jetzt leider nicht gehalten, was wir erwartet hatten, aber wir finden uns nun auch hier zurecht. So eine herzliche Verabschiedung, wie wir sie von AJ und seiner Familie hatten, wird es hier wohl nicht geben – weder von uns noch von den Angestellten von hier.
Morgen wollen wir wieder die Insel weiter entdecken und wenn möglich wieder Eintagsfliegenlarven fangen.
Alles Liebe
Claudia und Thomas

Hallo ihr zwei! Willkommen in Vanua Levu! Wir hatten dort auch so unsere Mühe mit den touristischen Einrichtungen. Teuer und eher so lala. Wir sind dann immer mal ins noble Cousteau-Resort „geflüchtet“. Dort haben sie geschultes Personal, welches sogar Drinks mixen kann 🙂
Übrigens: was macht ihr mit den ganzen Eintagsfliegenlarven??? Nehmt ihr die irgendwie mit oder so?
Liebe Grüsse und noch schöne Weiterreise! Andrea
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Liebe Andrea, rat‘ mal, wo wir heute waren ? Wir waren zwar nur für einen Kaffee dort, der wurde aber liebevoll mit Eiswasser serviert und zum Umrühren gab es sogar LÖFFEL !!!! Es wurde sogar gelächelt :-). Das Ressort scheint recht verwaist, es waren ca. 20 Angestellte dort und wir die einzigen sichtbaren Gäste. Wenn man die Preise ansieht, erklärt sich aber auch der Grund für diese Leere. Handover zu Thomas:
Die Eintagsfliegen werden in Röhrchen mit absolutem Alkohol verwahrt (nach Fundort sortiert und mit Etikett versehen) und so in die CH gebracht. Dort werde ich sie wissenschaftlich bearbeiten (sind alles neue Arten !!) und darüber publizieren. Am Ende kommen sie in die Sammlung des Naturwissenschaftlichen Museums in Lausanne, zugänglich für andere Wissenschaftler.
Vielen Dank für deinen Kommentar und liebe Grüsse
Claudia und Thomas
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… wenn einer eine Reise tut …. 😉
Die Reifen sind wirklich unterirdisch … sonst wäre das Auto ja i.O. – natürlich bis auf das Lenkrad!
Geniesst es trotz allem und weiterhin viel Glück beim Larven sammeln.
LG, Heidi
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