6. Die Ostküste – trockene Eukalyptus-Wälder, zahllose Buchten, weisse Strände

Gooooooooooood mooooooorning Europe ! Tasmania is calling.

Erstmal, zumindest vorübergehend, da die Geschichte noch nicht zu Ende ist, kann ich Entwarnung geben: unser vermisstes Gepäckstück wurde im Lauf der Woche gefunden ! Wir sollen es abholen – as soon as possible ! Natürlich nicht, wegen einem Taschenmesser fahren wir nicht mehr zurück nach Hobart. Ich antworte auf das Mail, dass wir das Messer Anfang Dezember bei Quantas abholen werden. In welchem Zustand unser «lost luggage» ist, weiss ich natürlich nicht.

Heute erzählen wir euch vom Rest der Ostküste.

Nach dem Besuch des tasmanischen Teufels fahren wir auf eine neue Camp Site. Thomas Vorgabe war: wir brauchen Strom ! Also suchte ich nach einer Camp Site mit Strom in WikiCamp. Wir kamen dann dort an, die Campsite war ein leeres Grundstück hinter einem Pub und an einer Strasse. Auf der Campsite gab es aber weder Toiletten noch Duschen oder sonstige Einrichtungen für Camping, Strom aber gab es, auch wenn die Verbindung etwas unkonventionell gelegt werden musste. 3 – 4 andere Auto’s waren bereits hier. Die Auto’s, bzw. deren Besitzer sahen eher so aus, als würden sie hier wohnen und nicht Urlaub machen (was sich auch so bewahrheitete). Die Leute im Pub waren sehr freundlich (wie bisher alle Tassies und Aussies) und auch freudig überrascht, dass es Touristen hierher verschlagen hat. Egal, es war schon recht spät und wir waren müde.

Am nächsten Morgen verliessen wir diesen Ort praktisch fluchtartig, es gab nichts, was auch nur eine einzige Minute längeren Aufenthalt gerechtfertigt hätte, im Gegenteil. Wir wollten tiefer rein in den Eukalyptus-Wald, daher wählten wir die Camp Site «Gumleaves Bush», da es hier auch laut Beschreibung Wanderwege gab. Es war ein grosser Campingplatz, der allerdings seinen letzten Investitionszyklus vor ca. 40 Jahren hatte, damals war es wahrscheinlich ein boomender Platz.  Es gab tatsächlich einen Wanderweg, jedoch mit einem recht kleinen Radius von ca. 2 km. Machten wir trotzdem und wir trafen im Wald auf Wallabies. Toiletten und Duschen eher ungepflegt, aber unser Camper hat ja alles, was nötig ist. Wir waren wieder die einzigen Touristen, einige andere Gäste lebten wieder auf Dauer in ihren heruntergekommenen Wägen. In der Dämmerung trafen wir um unseren Camper herum auf herumhopsende Wallabies und herzige Fuchskusus (zu dunkel für ein Foto).

Typischer tasmanischer trockener Eukalyptuswald.
Ist sie/er nicht schön ? Unser erstes Wallaby in freier Wildbahn
Enten im Frühling

Bezüglich Campingplätze entschieden wir, nach den ersten 3 Erfahrungen uns doch lieber mal auf voll ausgestattete Plätze zu fokussieren (zumindest so lange es sie gibt – im Westen wird es kaum mehr welche geben), auch wenn wir dann nicht die einzigen Gäste sind und nicht direkt in der Botanik stehen.

Nach dem Frühstück ging es auf einer sehr schönen Tour durch eine Art Schlucht Richtung Freycinet Island. Dort wollten wir hin, um die Wanderung zur Wineglass-Bay zu machen. Diese machten wir dann auch am folgenden Tag. Wir starteten die Wanderung vom Parkplatz aus, der Berg ging auf 240 Meter, runter wieder zur Bucht, wieder hoch auf den Pass und wieder runter zum Parkplatz.

Wineglass-Bay von oben
Wineglass-Bay von unten. Hier war es sehr windig, sodass wir schnell wieder nach oben gingen.
1000 Treppen nach unten und dann wieder nach oben.

Den schönsten Sonnenaufgang hatten wir von Swansea aus, 05.30 am Morgen. War schön, um diese Zeit am Strand gewesen zu sein !

Auch das muss mal sein, sorry 🙂

Weiter ging es nach St. Helens, um dort die zweite Berühmtheit, die «Bay of Fires» zu besuchen. Sie heisst nicht so wegen der roten Flechten auf den Felsen, sondern weil dort die Engländer ursprünglich die Feuer der Aborigines entdeckten. Kurz gesagt, die Bay war schön, aber das war’s dann auch schon. Nach einem kurzen Aufenthalt, fuhren wir weiter zur Bilalong-Bay, dort konnten wir essen und einen Strandspaziergang machen. Dort hat es uns wirklich sehr gut gefallen.

Bay of Fires
Bay of Fires, jedoch aufgenommen bei Binalong
Man braucht ein Fleece und kann trotzdem einen Sonnenbrand bekommen 🙂
Der Herr mit dem Sonnenbrand an den Ohren 🙂

Und dann haben wir noch etwas wirklich Schönes entdeckt: Trauerschwäne. Australien ist die natürliche Heimat dieser Schwäne und wir sehen sie in fast jedem Gewässer, sowohl im Brack-, als auch in Süsswasser. Was für schöne Tiere !

Trauerschwäne in der Nähe von St. Helens
Trauerschwäne im Frühling

Wir haben auch noch sehr viele andere Eukalyptuswälder gesehen, sie sind sehr typisch für diesen Teil von Tasmanien und für uns völlig neu. Hier noch ein Foto wie sie wirklich aussehen, aber ich finde auch ChatGPT hat gute Arbeit geleistet, vielen Dank Marco (Startbild des Blogs, mit ChatGPT generiert)!!!

Eukalyptuswald in Wirklichkeit

Nun noch der Exkurs zum Camper: vor langer Zeit hatten wir ein Segelboot mit dem Namen «Frau Maier». Bei der Einleitung schrieb ich ja auch, dass der Camper doch eher männlich ist, warum kann ich auch nicht gut erklären, vielleicht ist er einfach zu gross mit seinen 7 Metern 20. Also heisst unser Camper «Herr Maier», eine Mischung aus Boot und Auto. Und er hat ein paar kleine Zicken: erstens verdreckt er innerhalb Minuten, einmal raus gegangen und wieder rein und schon ist der Boden voll Gräsern, Steinen und ähnlichem. Zweitens entleert er bei starken Linkskurven den Kühlschrankinhalt und heute sogar eine Küchenschublade voller Töpfe. Was für ein Krach während der Fahrt in einer Kurve in bergigem Gelände (davon gibt es unerwartet viel auf Tasmanien). Und es ist gar nicht einfach einen Camper dieser Gewichtsklasse auf Kies zu bremsen oder bergauf zu starten. Also, Herr Maier ist manchmal eine Challenge für uns.

Das war’s nun von der Ostseite von Tasmanien, weiter geht es mit der Nordseite. Dort erwarten wir weniger schöne Landschaften, dafür eine Genussregion wie Wein, Trüffel und ähnlichem.

Alles Liebe Claudia und Thomas

4 Kommentare zu „6. Die Ostküste – trockene Eukalyptus-Wälder, zahllose Buchten, weisse Strände

  1. Danke für die Erwähnung, und schön dass Du es trotz so vielen Unternehmungen schaffst, so oft zu bloggen.
    Jetzt wollen wir dann mal noch ein Foto vom Herrn Maier sehen!

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  2. Freue mich schon auf die Genuss und Schlemmerberichte 😋
    Gestern hab’s bei uns die erste Gans …übrigens auch im Maier …ähm Meyerhof.
    Mal sehen was bei euch so auf den Tisch kommt, vielleicht exotischer als hiesige Weihnachtsgerichte😋😋😋

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    1. Eure Gans macht uns „gans“ neidisch, so etwas gibt es hier nicht. Die hiesige Küche kann nicht mit der europäischen mithalten, die Angelsachsen lassen grüssen. Ich denke, wir müssen in diesem Punkt ab 7. Dezember einiges nachholen. Immerhin machen sie die Fish & Chips gut, meist aus Flathead (lebt im flachen Wasser auf Sand und und hat tatsächlich einen grossen, flachen Kopf).

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