4. Noch ein Tag im Wein-Gebiet und dann noch mal auf die Düne 🌞

Eigentlich wollten wir am vorletzten Tag in das Medoc-Gebiet fahren, dort ein paar Schlösser anschauen und eventuell noch einen neuen Wein probieren. Aber, wir hatten beide keine Lust mehr, allzu weit zu fahren. Das Medoc-Gebiet wäre nochmals je 100 Kilometer hin und zurück gewesen. Also Plan B musste her: wir schauen uns Fronsac und Pomerol an, das waren schlappe 10 Kilometer von St. Emilion zu fahren.

Gleich beim Ortseingang von Fronsac gab‘ es ein Maison du Vin, das auch geöffnet war. Natürlich gingen wir rein.

Mal eine Degustation der anderen Art: wir sollten die Trauben erschmecken und den Preis erraten. Ich kann es voraus nehmen: bei den Trauben waren wir noch ausbaufähig, bei den Preisen recht gut 🙃

Das Maison du Vin war eine Gewerkschaft. Jedes Chateau, das mitmachen möchte, kann dies tun, jedoch muss keiner (die grossen Maisons machten alle nicht mit). Als erstes erzählte uns der verantwortliche Herr, dass Fronsac sowieso die besten Weine aus dem Bordeaux hat, die anderen Regionen aus dem Bordeaux hätten sich viel zu viel um die englischen Kunden gekümmert. Daher hatte Fronsac die Möglichkeit, ihre Weine nach Paris und Umgebung zu schicken und hatte dementsprechend innerhalb Frankreichs einen sehr guten Ruf (und konnte auch gute Preise für ihre Weine erzielen). Dann kamen noch einige Ausführungen zu Trauben (Merlot, Malbec, Cabernet Franc und Cabernet Sauvignon) und der Bodenbeschaffenheit. Fronsac hat keine Klassifizierung der Weine wie beispielsweise das Medoc.

Knapp nach 12.00 verliessen wir den Laden und fragten noch nach einem guten Restaurant und er schickte uns den Berg hoch, zu einem Chateau.

DAS ist ein sehr schönes Wein-Chateau ! https://www.chateaucarlmagnus.fr/
Vom Hügel runter auf Weinberge und dann die Dordogne – liebe Kanadier, so sieht ein schönes Weingebiet aus 😂
Hügelig und mit Zypressen

Wir haben dort auch sehr, sehr gut gegessen, es war eine sehr nette Atmosphäre im Raum und der Besitzer selbst holte den von uns gewünschten Wein aus dem Keller. Das war eine richtig schöne Erfahrung.

Nun noch das Pomerol entdecken, dafür fuhren wir ca. 4 Kilometer.

Malerische Weinberge in der Region Pomerol, umgeben von Wolken und einem charmanten ländlichen Ambiente.
Das war die „liebevolle“ Umgebung der „Degustations-Maschine“. Die eher unmotivierte Dame, die sich wohl nicht allzu sehr über unseren Besuch freute, rätselte noch, was sie für eine 2. Flasche in die Maschine stellen soll, damit sie nur mehr auf einen Knopf drücken muss, um das Glas bodenbedeckt zu „füllen“.

Hmmmm, dieses Erlebnis war nicht allzu schön und wir verliessen dann auch dieses Haus, nachdem wir die 5 Euro für die Probe bezahlt hatten. Natürlich haben wir dort nichts gekauft, auch weil uns diese Weine nicht so sehr zusagen.

Pomerol hat kein Bewertungssystem und die Preise dieser Weine dieses Gebiets sind sehr hoch. Offenbar hat Pomerol genug Kunden, uns brauchen sie wohl nicht.

Trotzdem fuhren wir zufrieden in unser Studio, jede Erfahrung ist neu – egal, ob positiv oder negativ.

Am letzten vollen Tag vor der Rückreise war frühes Aufstehen geplant, es ging über 100 Kilometer von St. Emilion nach Arcachon, an die Cote d’Argent am Atlantik. Die Landschaft änderte sich sehr stark, die Weinanbau-Gebieten waren hinter uns, die Pinienwälder waren vor uns. Sehr abwechslungsreich !

Wir kamen in Arcachon an und als erstes liefen wir zum Atlantik.

Schöne Stimmung, wenn auch nicht sehr gemütlich (starker Wind).
Wir liefen dann noch auf einen Steg, um diese Aufnahme von der Promenade zu machen. Wir waren ganz am Ende des Stegs. Plötzlich leerten sich die Wolken in vielen dicken Tropfen, der Wind stürmte von der Seite fast waagrecht, wir liefen zurück zu den Häusern. Doch, …. es war zu spät ! Wir beide wurden auf unseren rechten Seiten richtig, richtig nass. Sehr nass ! Vom Kopf bis zu den Füssen !

„Why does it always rain on me ?“ (für alle, die jetzt nicht gleich eine Melodie im Ohr haben: https://music.youtube.com/watch?v=dTJZmQj2yeI)

Nö, so schlimm ist es nicht, aber diesmal (im Gegensatz zu Kanada) hatten wir wirklich viel Regen und Sturm oder beides zusammen. Aber wir beschweren uns nicht, uns wurde gesagt, dass die Natur hier knapp vor dem Vertrocknen war, da es die letzten 2 Monate nicht geregnet hat.

Erstmals gingen wir in die Markthallen, dort war die Oyster-Bar 😉und diese hatten wir uns vorgenommen.
Beim Warten auf die Suppe (ja, mir war kalt) und auf die Austern (die mussten trotzdem sein)
Sag’s durch die Auster, in dem Fall jedoch besser: sag’s durch die Alge 😉

Wir unterhielten uns noch mit einem Australischen Paar, das am Nebentisch sass. Sie betonte sofort, dass sie in Arcachon geboren wurde, jedoch als Kind bereits mit ihren Eltern auswanderte. Sie erinnerte mich an mich selbst, da ich in Graz immer sagte, dass ich hier geboren wurde. Und, mir glaubt so gut wie niemand 🙃. Mittlerweile habe ich aufgehört, diesen Satz zu sagen.

Wir verliessen diesen schönen Ort. Ca. 20 Personen waren froh darüber, da es nun einen freien Tisch gab.

Mir war wirklich kalt, meine Hose trocknete nicht. Ich lief‘ ins erstbeste Kleidungsgeschäft und sagte, ich brauche eine neue Hose in meiner Grösse. Farbe, Form, Stoff waren mir egal, trocken musste sie sein. Ihr werdet sie bald sehen.

Nun fuhren wir noch zur Dune du Pilat. Dorthin, wo wir bereits vor 30 Jahren waren. Mittlerweile gab es Treppen nach oben. Unterwegs begann es wieder mal zu tröpfeln.

Oben war es sehr schön, jedoch auch sehr windig !
Tja, hier sind wir wieder. Was ist der Unterschied, zwischen den Bildern von vor 30 Jahren zu heute ? Richtig ! Es ist eine andere Jahreszeit und ich habe eine neue Hose 😂

Wir redeten darüber, was in den letzten Jahren alles passiert war: wir haben in diesem Zeitraum geheiratet, wir haben viele Menschen kennen gelernt, einige wurden Freunde. Viele von diesen Freunden sind es noch, andere haben wir leider verloren. Es kamen neue Mitglieder in unsere Familie, von anderen mussten wir uns verabschieden. Wir hatten das eine oder andere gesundheitliche Hopsala. Wir haben beide 3 neue Arbeitgeber in dieser Zeit gehabt. Wir hatten das Glück, ein Grundstück kaufen zu können und bauten ein Haus darauf. Und das beste ist: wir lachen immer noch gemeinsam !

Kurz gesagt: zwischen den Aufnahmen von vor 30 Jahren und heute liegt ganz viel Leben. Für das wir sehr dankbar sind !

Der Atlantik von hier oben ist wirklich sehr schön !
Also dann, in 30 Jahren wieder ?????????????????

Zufrieden fuhren wir die anderthalb Stunden wieder zurück nach St. Emilion.

Am Abend dann noch einmal das Auto laden, damit wir mit möglichst hohem Akkustand die Heimreise antreten können, das Studio wieder entpersonalisieren und die Koffer packen.

Am Abend hörten wir dann noch Kraniche, die über uns hinweg flogen. Voila, die Kraniche ziehen und wir ziehen morgen auch wieder weiter. 800 Kilometer wieder nach Hause und die Woche darauf gleich nochmals wieder 900 Kilometer weiter Richtung Osten – wir werden den Mini nehmen.

Das Bordeaux war diesmal wirklich schön, auch wenn’s vom Wetter noch Luft nach oben hatte. Und einen weiteren Plan haben wir auch schon: wir wiederholen das Bordeaux, gehen das nächste Mal jedoch in das Medoc, da wir dieses ja diesmal ausgelassen haben. Hach, es gibt so viele schöne Flecken auf dieser Welt !

Liebe Grüsse an euch alle und schön, dass ihr dabei wart !

Claudia und Thomas

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