Die Fahrt nach St. Emilion verlief ruhig und sehr angenehm. Wir fanden Ladestationen im richtigen Abstand und jede dieser Stationen hat funktioniert. Es war also auf positive Art langweilig. Unterhaltsam war jedoch das Auto an sich. Das Auto ist so programmiert, dass es gerne Voice-Anweisungen erhalten würde. Also schaltet es sich so ungefähr im 2 Stunden Rythmus dazu, indem es alle anderen Anwendungen überschreibt. Die weibliche Stimme im Auto: „Was möchten Sie jetzt gerne machen ?“ Der Zeitpunkt war eher suboptimal, da wir mit dem selben Bildschirm navigieren und in diesem Moment mussten wir gerade die Autobahn wechseln, wir sollten also das Navigationssystem sehen. Daher antwortete Thomas nicht ganz freundlich: „Verpiss dich !“. Dann sah man das Rädchen drehen und dann die Stimme: „OK, ich mache die Luft sauber“. In diesem Moment schaltete sich auch tatsächlich die Lüftung ein und im Auto blies ein recht kühler Luftzug. Diese Situation war so skurril, dass wir für ein paar Kilometer lachten.
Wir landeten knapp um 19.00 in St. Emilion und waren mit der Fahrtzeit von 11 Stunden (inklusive der Zeit von 4 Pausen/Ladezeiten) sehr zufrieden.

Wir verliessen unsere Unterkunft um 10.00 morgens, wir hatten Tickets für eine Führung bei Hennessy in Cognac gebucht, vorher wollten wir Mittagessen. Um die Reichweite des Autos zu erhöhen, wollen wir in der Nähe von St. Emilion noch laden.

Ok, wir brauchen eine neue Ladestation und fanden eine in der Nähe, eine Station von Allego. Nur hatten wir bereits Bekantschaft mit einer Ladestation von Allego im Elsass gemacht, diese Erfahrung war nicht sehr positiv: genau, es war diese Station, die Kommunikationsprobleme mit unserem Auto hatte. Diesmal die selbe Fehlermeldung. Also wieder nix und wir veränderten die Namen Allego in AlleNIXgo. Weiter fahren, neue Ladestation suchen.
Bei der 3. Ladestation und einem Kaffee hatten wir bereits 2 Stunden Verspätung in unserem Zeitplan – grrrrr. Ein E-Auto funktioniert wunderbar, wenn du zu Hause laden kannst oder auf den Autobahnen. Wenn die Umgebung jedoch komplett neu ist, ist es mühsam ! Am Ende des Tages beschlossen wir, für solche Fahrten eher den Mini zu nehmen als den ID4.
Voila, wir fuhren fast 2 Stunden bis nach Cognac, dort wollen wir Mittagessen gehen. Blöd nur, das Restaurant und das zugehörige Hotel gab es an dieser Adresse nicht mehr und so gut wie alles, war an diesem Tag geschlossen.

Es war mittlerweile fast 14.00 und wir beschlossen, wir fahren in die Richtung der Charante, erstens war Hennessy auch dort und am Ufer eines grossen Flusses sind meistens auch Restaurants. Auch in diesem Fall. Wir sahen einen Italiener, drinnen waren Leute, wir stürmten rein. Beim Reingehen sahen wir, dass die Küche um 14.00 schliesst, es war 14.05. Nein, sie können uns nicht mehr bei sich essen lassen, aber MacDo hätte noch offen. Toll !
Thomas fand eine Bäckerei, die noch geöffnet hatte und tatsächlich, machten sie noch ein paar Sandwiches für uns. Mit Sandwiches, Cola und einem kleinen Dessert machten wir uns auf die Suche nach einer Möglichkeit zu essen und fanden diese auf einem Holztisch an der Charante.



Noch ein paar Bilder, die euch zeigen, dass es auch schöne Seiten von Cognac gibt.



Und noch etwas fällt uns in Cognac auf:


Nun ist es aber bereits fast 17.00 und wir gehen Richtung Hennessy. Warum schauen wir uns dies überhaupt an ? Wir haben mit Cognac eigentlich überhaupt nichts am Hut. Wir kochen manchmal gerne damit. Wenn du ein Coq au Vin machst und nach dem Rösten des Hühnchens und des Gemüses mit Cognac ablöscht, macht sich das sehr gut im fertigen Produkt. Mehr wissen wir eigentlich nicht und genau das möchten wir ändern. Wir gehen einfach hin, weil wir neugierig sind.

Uns wird als erstes das Verfahren erklärt. Der Cognac besteht zu 90 % aus Ugni Blanc Trauben, besser bekannt als Trebbiano, Folle Blanche und Colombard teilen sich die restlichen 10 %. Es entsteht ein säurebonter und leichter Wein, der Brennwein genannt wird. Er hat zu diesem Zeitpunkt ca. 8 Volumsprozent. In den Wintermonaten wird destilliert, in diesem Fall gleich 2 x hintereinander. Beim ersten Destillerieprozess hat das Resultat zwischen 27 – 30 Vol.%, nach dem zweiten zwischen 60 – 72 Vol.%. Und dann beginnt bei Hennessy der Hokus-Pokus: die Assamblage, bedeutet, sie mischen die unterschiedlichen Jahrgänge so lange, bis sie den eindeutigen Charakter eines bestehenden Cognacs haben oder es wird eine neue Assamblage kreiert. Hier gibt es ein so genanntes Committee, das die Qualtität (in Stichproben) täglich (!!!!!!!!) der einzelnen Jahrgänge überprüft.
Nach dieser Theorie kommt der Teil, der für uns der Knaller ist: eine VR-Show über Hennessy. Wir gehen in einen schwarzen Raum mit weissen Graphiken an Wänden, Boden und Decke und bekommen die VR-Brillen aufgesetzt. Wir bleiben stehen. Das ist ungewöhnlich und neu für uns, bis jetzt kannten wir solche Shows nur im Sitzen. Es geht los:





Die Bilder habe ich von der Webpage des Graphikstudios, das bei der Entwicklung beteiligt war. In echt zu fotografieren, ist ja nicht möglich.
Nach 19 Minuten ist der Spass vorbei. Das war wirklich eindrücklich für uns und ist nochmals eine ganz andere Dimension von einem immersiven Erlebnis. Dass man selbst Teil der Vorführung wird, ist eine sehr interessante Entwicklung. In einer Einstellung konnten wir sogar mit unseren Händen eine Art Kokon um unsere Körper bauen 👀👀 WOW.
Nicht immer war mir klar, was diese Vorstellung mit Hennessy zu tun hat, ausser dass viele Fässer in die ganze Welt transportiert werden. Aber es hat uns beeindruckt und sehr viel Spass gemacht.
Anschliessend ging es auf wieder an die frische Luft und auf die andere Seite des Hofes. Hier besichtigten wir einen Teil des Kellers mit den Fässern.



Anschliessend werden wir durch den Verkaufsraum geführt (Überraschung 😂) und uns werden tolle/teure Flaschen gezeigt.

Die PR-Show war sehr professionell und auch wirklich gut gemacht und gelernt haben wir auch etwas. Müde und zufrieden fahren wir die 2 Stunden nach St. Emilion und kommen dort um ca. 22.00 an. Was für ein voller Tag !
Alles Liebe
Claudia und Thomas
