
Was für eine wunderschöne, kleine, geschützte Bucht ! Das meiste sind historische, einfache Holzhäuser, ergänzt durch neuere Holzhäuser im alten Stil. Einige der neuen Häuser (Pub, Restaurant und Büros von 2 Firmen für Naturbeobachtungen) sind leider im Dezember 2024 abgebrannt und werden derzeit wieder zusammen mit einer neuen Plattform am Ufer wieder aufgebaut.


Die winzige Gemeinde mit 20 Einwohnern und recht vielen Saisonkräften hat sehr pragmatisch reagiert, um das wirtschaftliche Leben des Ortes zu sichern: ein Veranstalter arbeitet von einem Container aus, der andere ist in ein Gemeindebüro eingezogen, das Restaurant arbeitet mit 2 grossen Grills vor einem Gebäude und serviert in und vor dem ehemaligen General Store (Tante Emma Laden, der jetzt nichts mehr verkauft; der nächste Laden ist ca. 30 km nördlich; gut dass wir genug Wein und Bier im Camper hatten!). Alles funktioniert gut, die Stimmung ist bestens. Es gibt immer noch Touristen, aber der Campingplatz ist nur noch zu max. 30% besetzt. Es ist Saisonende, ab 1. Oktober ist alles geschlossen, das Restaurant hat keinen Wein mehr und will nichts mehr nachkaufen.
Am ersten Tag nach Ankunft haben wir die Umgebung zu Fuss erkundet und eine Tour in den angrenzenden Regenwald auf steilen Hängen gemacht.


Alle Grizzly-Touren bis Saisonende waren ausgebucht, wir haben vor einigen Tagen 2 der letzten Plätze bekommen, für den zweiten Tag unseres Aufenthalts in Telegraph Cove. Der Veranstalter arbeitet mit 3 Booten die jeweils max. 10 Gäste aufnehmen können, dazu je eine Kapitänin und ein Naturalist für Erläuterungen zur Tierwelt. Wir waren äusserst gespannt was uns erwarten würde. Um 06:30 ging es los, warm eingepackt, die Kamera mit dem 600er Tele im Anschlag.


Man fährt ca. 2 h auf die gegenüber liegende Festlandsseite in den Knight Inlet hinein (im Prinzip lange Fjorde zwischen den Landzungen, mit türkiesblauem Wasser und reich an marinem Leben). Der Inlet ist über 100 km lang, wir werden bis zur Hälfte fahren. Am Beginn des Inlets könne wir einen Halt bei einem Schwarzbären machen.



Nun sind wir am Ende unserer Fahrt im Inlet angekommen. Wir steigen auf ganz flache Boote um und sehen gleich die ersten Grizzlys.









Prinzipiell zur Bärenfotographie: diese stellt sich einigermassen schwierig dar. Die Schwarzbären sind so diffus bezüglich der Belichtung, sie „verschwimmen“ regelrecht mit dem Hintergrund. Die Grizzlys sind in dieser Beziehung leichter. Jedoch, was beide Bärenarten gemeinsam haben, sie sind ständig mit Nahrungsaufnahme beschäftigt, haben also ständig die Schnautze nach unten, sehen also eher aus wie dicke Kühe. Bilder von einem Gesicht eines Bären brauchen geschätzte 40 Fehlversuche, bevor einer gelingt und dann ist dieser nicht immer scharf. Ein guter Grund, tiefer in die Fotographie einzusteigen ☺️
Auf dem Rückweg lag der Fokus dann auf der Meeresfauna.




Dieser Tripp in den Inlet und zu den Bären war toll ! Wir haben zum ersten mal Grizzlys gesehen, zum ersten mal Orcas. Es war wirklich beeindruckend und einfach schön ! Nun noch eine Nacht in Telegraph Cove und dann geht es auch wieder zurück aufs Fesland. Schade, hier wären wir gerne länger geblieben (auch wenn es sehr frisch/kalt war) !
Noch etwas ganz anderes: als wir in Telegraph Cove das erste mal auf den Camping Platz fuhren, sahen wir schwarze Kötteln. Wir rätselten, was das wohl für Tiere sind. Thomas meinte noch, irgendwelche Schafe oder Ziegen. Jedoch bereits in der zweiten Abenddämmerung waren Rehe auf der Campsite. Das war natürlich noch viel schöner als Ziegen. Am letzten Tag, bei unserer Abfahrt zeigte sich dann noch ein Reh auf einem Felsen direkt beim Campingplatz – CiaoTelegraph Cove !!!

Wir hoffen, Euch gefallen die Bilder !
Liebe Grüsse, passt aufeinander auf und bliebt gesund
Claudia und Thomas
