Wir fuhren von Niagara-on-the-Lake mit unserem Meetingwagen wieder zurück nach Toronto. Das fahren mit Maps macht richtig Spass in Kanada ! Noch schnell einen Zwischenstopp bei einer Tankstelle knapp vor dem Flughafen einfügen, voll tanken und zur Autorückgabe am Fluhafen fahren. Wirklich problemlos.

Auch der Flug von Toronto nach Vancouver war pünktlich, jedoch sehr voll. Leider hatte ich einen hyperaktiven Japaner hinter mir, der schien die ganze Zeit mit meiner Rückenlehne zu spielen😑. Aber die 5 Stunden gingen mit 3 Filmen schnell vorbei und brachte uns weitere 3 Stunden Zeitverschiebung zu Europa, nun haben wir im Total 9 Stunden. In Vancouver wieder einen Uber gebucht und ab zur Unterkunft.
Für Vancouver hatten wir eigenlich keine richtigen Pläne, ausser ein bisschen die Stadt ansehen und uns zeitlich zu aklimatisieren, bevor wir unseren Camper zu nehmen. Also stöberten wir ein bisschen im Internet und fanden das Cafe Medina in Downtown Vancouver für ein Frühstück. Der Uberfahrer meinte sofort, dass das Medina eine der angesagtesten Adressen für Frühstück und Brunch ist, und dass wir wohl mit einer Wartezeit rechnen müssten (teilweise 2 h und mehr). Wir meldeten uns am Eingang an und kamen auf die Warteliste, 20 min später kam eine SMS dass wir in den nächsten 10 min kommen können, ansonsten werden wir von der Liste gestrichen. Straff organisiert, aber alle sehr freundlich und eben professionell. Der Saal war voller fröhlicher Menschen, die alle happy waren, einen Tisch bekommen zu haben. Das Essen war fantastisch, es geht stark in die Französische Küche, was man auch an den Bezeichnungen sehe kann. Ich hatte ein Pilzgericht, Thomas „Fricasse“ (geschmortes Schweinefleisch mit einer tollen, dicken Tomatensauce und gebratenen Kartoffelstückchen darin), beides grosse Portionen, im Pfännchen serviert. Danach noch Waffeln. Genug für den ganzen Tag und ein echtes Erlebnis !


Am nächsten Tag war die Übernahme ! Auch hier wird mittlerweile auf Self-Check-In gesetzt. Anstelle dass dir jemand zeigt, wie das Auto funktioniert, gaben sie uns eine 3seitige Checkliste, die wir abarbeiten sollten. Voila, haben wir gemacht. Als wir fertig waren, setzten wir ins auf Fahrer- und Beifahrersitz und wollten los. Nur – wo war die Automatikschaltung (P, R, N, D etc.), wo war die Handbremse, die angeblich noch drin war (zusätzlich zu „P“), wie funktioniert das Auto ? Das war alles nicht erklärt worden. Es half uns dann doch eine junge Angestellte des Vermieters und zeigte uns die Lenkradschaltung der Gänge (keinerlei Hinweise am Hebel…), die Fussbedienung der Handbremse (?), wie die Motorbremse funktioniert und einiges rund ums Lenkrad. Das waren die wichtigsten 5 Minuten am Hof des Campervermieters !
Es war mittlerweile früher Abend und zu spät für die Überfahrt mit der Fähre nach Vancouver Island. Wir landeten auf einem sehr traurigen Campingplatz (Tsawwassen RV Ressort) ganz in der Nähe der Fähre. Nicht nur dass alle Campingwägen schon bessere Zeiten gesehen haben, nein, das haben auch die Bewohner der Camper und die Waschanlagen. Dazu kommt noch, dass der Betreiber anscheinend auch Geld damit verdient, dass dort beschlagnahmte Autos abgestellt werden können. Also eher ein Schrottplatz, für eine Nacht ok, aber sicher nicht für mehr.
Am nächsten Morgen sind wir dann bereits um 6 Uhr munter, frühstücken ein bisschen was und entscheiden, wir brauchen heute nochmal einen Walmart, wir hatten gestern noch einiges vergessen zu kaufen.

Darf ich vorstellen: das ist ELI. Erstens lautet das Nummernschild ELxxxx, zweitens sieht es aus wie ein Elefant und Eli klingt in unseren Ohren einfach nett. Drei gute Gründe.
Schnellstmöglich machen wir uns auf zur Fähre und bekommen auch gleich die erste (ganz ohne Voranmeldung) nach Nanaimo.


Ankuft in Nanaimo nach ca. 2 h, kurze Fahrt zum reservierten Campingplatz, unser Platz liegt sehr schön direkt an der Mündung des Nanaimo River ins Meer. Nanaimo ist aber immer noch eine Stadt, leider mit einer grossen Fabrik etwa 2 km Luftlinie entfernt (wahrscheinlich Holzverarbeitung), die man Tag und Nacht als Hintergrundrauschen hört. Davon abgesehen ist es sehr schön, wir mieten Kajaks und beobachten den Nordamerikanischen Otter, einen Eisvogel und andere Tiere.

Wichtig ist auch die Gewöhnung an das Leben in diesem Camper. Mittagessen bei einem Griechen, die Baby Back Ribs auf Griechische Art sind sehr zu empfehlen.
Nun freuen wir uns aber wirklich auf pralle Natur, temperierte Regenwälder und Tiere, die wir noch nie gesehen haben. Ausserdem darauf, für die nächsten 2 Wochen immer die selbe Kaffeemaschine zu haben.
Alles Liebe von uns beiden
Claudia und Thomas
