Nun noch der zweite und letzte Teil des Cancale-Blog’s – viel Spass beim Lesen !
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Am vorletzten Tag hatten wir wieder etwas gebucht: einen Besuch bei den Austernbänken – ihr wisst doch, wir sind auf einer Expedition.


Wir sehen auch noch lange nicht alle Austernbänke, die, die im Meer stehen, sind immer noch vom Wasser bedeckt.




Wir erhalten den ersten Theorieblock: in Cancale gibt es zwei verschiedene Austern:
- die Pazifische Felsenauster (wird auch die japanische Auster genannt). Diese ist häufiger als die Einheimische. Die pazifische Felsenauster hat ein Erntevolumen von ca. 5.000 t Austern. Auf französisch wird sie „Creuses“ genannt. Nur diese Austern sind auf den Austernbänken.
- die Europäische Auster, auf französisch wird sie „plates“ (flach) oder „sauvages“ (wild) genannt. Sie hat ein Erntevolumen von 1.000 t Austern. Diese sind wild und lose im Schlick.
Der Bonamia Ostrae-Virus hat die Europäische Auster sehr stark dezimiert (zuletzt 1970, jedoch auch schon vorher), seither wird die japanische Auster vermehrt eingesetzt, da sie sehr resistent (und auch schmackhaft) ist.
Die komplette Fläche mit der Austernzucht beträgt um die 400 Hektar und wird durch 50 Betriebe bewirtschaftet. Diese 50 Betriebe werden durch Lizenzen organisiert, die 30 Jahre gültig sind. Diese 50 Betriebe erwirtschaften einen Umsatz von ca. 4 Millionen Euro.
Je jünger die Austern sind, desto weiter draussen im Meer sind sie, sie bekommen also am meisten Wasser ab und fallen eher selten, und wenn dann nur ganz kurz, trocken. Mit jedem Jahr werden die Austern weiter Richtung Landesinnere transportiert und ganz nah am Ufer sind jene Austern, die bereit für den Handel sind (siehe Bild oben). Die Gezeiten sind für diese Austern wie ein Fitness-Training: immer wenn sie trocken liegen, schliessen sie sich, immer wenn sie im Wasser sind öffnen sie sich. So wird der Muskel schön trainiert und fest.
In den Metallsäcken darf eine Maximumkapazität von 1.000 (sehr junge Austern) – 500 (junge Austern) bzw. 180 (3 – 5 Jahre alte Austern) nicht überschritten werden, sonst wäre es zu eng.




Die Huitres plates sind für uns überhaupt nicht zu sehen, sie sind ja am Schlick. Diese werden ebenfalls mit Zahlen im Namen angeboten, auch hier gilt, je tiefer die Nummer, desto mehr Muschelfleisch gibt es, desto älter und teurer sind sie. Hier gibt es noch eine Besonderheit: die Huitres „pied de cheval“ (übersetzt Pferdefuss): diese sind mindestens 15 Jahre alt und werden im Stück und nicht im Duzend bestellt.


Auch wenn ihr den Austernmarkt sehen könnt, von den Austernbänken seht Ihr nichts mehr 👀👀👀 Keine Bänke, keine Traktoren, keine Boote !
Nach einem guten Mittagessen (Moule et frites :-)) unternehmen wir noch einen kleinen Bummel durch Cancale und bewundern alte Wohnhäuser.






Den letzten Tag unseres Cancale Aufenthalts werden wir in Dinan verbringen, das ist eine ca. 30 minütige Fahrt Richtung Rennes. Bekannt ist Dinan für seine Mittelalterliche Stadt, sie gilt als die besterhaltene Stadt der Bretagne und liegt am Ufer der Rance.




Obwohl wir nicht in der Hochsaison dort waren, war Dinan voll. Auch das Angebot von Restaurants war riesig. Wir entschieden dann, zur Rance runter zu gehen, in der Hoffnung, dass dort etwas weniger Trubel herrscht.











Was bleibt von dem Aufenthalt in Cancale und in der Bretagne in unseren Köpfen ?
- wir haben selten so viele entspannte, fröhliche und freundliche Menschen getroffen
- wir haben viele Dinge zum „ersten Mal“ gemacht und viel dabei gelernt (und richtig Spass gehabt)
- das Wetter war weit besser, als vorhergesagt
- wir haben nur einen Bruchteil der Bretagne gesehen
- wir haben konstant sehr gut gegessen
- Landschaften, Orte und auch das Meer sind wunderschön (auch wenn es kalt ist, das Meer hatte 9 Grad)
- rund um Cancale gibt es viele Möglichkeiten von unterschiedlichen Unternehmungen
=> ich glaube, die Bretagne sieht uns nochmals, wäre schön 😉
Alles Liebe an euch und bleibt gesund
Claudia und Thomas
