2/2 Cancale – echt zum Geniessen !

Nun noch der zweite und letzte Teil des Cancale-Blog’s – viel Spass beim Lesen !

_______________________________________________________________________________________________

Am vorletzten Tag hatten wir wieder etwas gebucht: einen Besuch bei den Austernbänken – ihr wisst doch, wir sind auf einer Expedition.

Erwartungsfroh sind wir bereits um 10.00 am Austernmarkt. Noch ist es ruhig. Unsere Führung startet um 10.30, so vertreiben wir uns noch ein wenig die Zeit.
Die Austernbänke sind sehr gut zu erkennen, wir haben wohl Glück mit der Ebbe. Noch sind auf dem Gelände jedoch kaum Aktivitäten.
Wir sehen auch noch lange nicht alle Austernbänke, die, die im Meer stehen, sind immer noch vom Wasser bedeckt.
Jetzt geht’s los ! Wir lernen später, hier werden neue, ganz junge Austern in Metallsäcken gebracht, um diese an den Austernbänken fest zu machen. Auf den Bänken sollen sie dann wachsen.
Austernfarming ! Jetzt ist voller Betrieb !
Die Gruppe der Teilnehmer hat sich gefunden und die Führung startet – wir folgen unserer Guidin zu den Bänken.
Austernbank folgt auf Austernbank

Wir erhalten den ersten Theorieblock: in Cancale gibt es zwei verschiedene Austern:

  1. die Pazifische Felsenauster (wird auch die japanische Auster genannt). Diese ist häufiger als die Einheimische. Die pazifische Felsenauster hat ein Erntevolumen von ca. 5.000 t Austern. Auf französisch wird sie „Creuses“ genannt. Nur diese Austern sind auf den Austernbänken.
  2. die Europäische Auster, auf französisch wird sie „plates“ (flach) oder „sauvages“ (wild) genannt. Sie hat ein Erntevolumen von 1.000 t Austern. Diese sind wild und lose im Schlick.

Der Bonamia Ostrae-Virus hat die Europäische Auster sehr stark dezimiert (zuletzt 1970, jedoch auch schon vorher), seither wird die japanische Auster vermehrt eingesetzt, da sie sehr resistent (und auch schmackhaft) ist.

Die komplette Fläche mit der Austernzucht beträgt um die 400 Hektar und wird durch 50 Betriebe bewirtschaftet. Diese 50 Betriebe werden durch Lizenzen organisiert, die 30 Jahre gültig sind. Diese 50 Betriebe erwirtschaften einen Umsatz von ca. 4 Millionen Euro.

Je jünger die Austern sind, desto weiter draussen im Meer sind sie, sie bekommen also am meisten Wasser ab und fallen eher selten, und wenn dann nur ganz kurz, trocken. Mit jedem Jahr werden die Austern weiter Richtung Landesinnere transportiert und ganz nah am Ufer sind jene Austern, die bereit für den Handel sind (siehe Bild oben). Die Gezeiten sind für diese Austern wie ein Fitness-Training: immer wenn sie trocken liegen, schliessen sie sich, immer wenn sie im Wasser sind öffnen sie sich. So wird der Muskel schön trainiert und fest.

In den Metallsäcken darf eine Maximumkapazität von 1.000 (sehr junge Austern) – 500 (junge Austern) bzw. 180 (3 – 5 Jahre alte Austern) nicht überschritten werden, sonst wäre es zu eng.

Die Ebbe schreitet munter voran: noch mehr Betrieb und noch mehr Austernbänke sind zu sehen ….
Und immer lande ich im Matsch – diesmal aber wirklich 😂🤣
Thomas aber auch 😉
Hier wird uns gezeigt, wie die Felsenaustern Creuses 1 bis 5 aussehen. Nummer 5 ist ganz rechts, links die Nummer 1. Sie unterscheiden sich nicht im Geschmack, sie haben nur mehr Fleisch und sind natürlich entsprechend älter (und teurer). Die häufigste ist die Auster Nummer 3 (also die in der Mitte).

Die Huitres plates sind für uns überhaupt nicht zu sehen, sie sind ja am Schlick. Diese werden ebenfalls mit Zahlen im Namen angeboten, auch hier gilt, je tiefer die Nummer, desto mehr Muschelfleisch gibt es, desto älter und teurer sind sie. Hier gibt es noch eine Besonderheit: die Huitres „pied de cheval“ (übersetzt Pferdefuss): diese sind mindestens 15 Jahre alt und werden im Stück und nicht im Duzend bestellt.

Nach dem wirklich interessanten und kurzweiligen Rundgang habe ich mir also 4 Huitres plats und 2 Stück pied de cheval bestellt. Und es schmeckte wirklich gut ! Die pied de cheval ist intensiver als die jüngeren Austern. Wir setzten uns also wieder auf die Treppe am Hafen und assen (also ich, Thomas holte sich Fritten) mit vielen anderen Menschen Austern, alle entspannt, alle fröhlich, alle zufrieden. Was für eine tolle Atmosphäre !
Fällt euch etwas auf ? Auf dem Meer ?
Auch wenn ihr den Austernmarkt sehen könnt, von den Austernbänken seht Ihr nichts mehr 👀👀👀 Keine Bänke, keine Traktoren, keine Boote !

Nach einem guten Mittagessen (Moule et frites :-)) unternehmen wir noch einen kleinen Bummel durch Cancale und bewundern alte Wohnhäuser.

Haus in den Dünen ….
…. Reihenhäuser ….
…. kleines Schlösschen ….
…. Kirche in Cancale mit dem Brunnen der Austernwäscherinnen und zum Schluss …..
…. „unser“ Haus. Wir bewohnten den ersten Stock – das eigentlich besondere an diesem Appartement war …..
…. dieser Blick aus dem Wohnzimmer 🌞🌞🌞

Den letzten Tag unseres Cancale Aufenthalts werden wir in Dinan verbringen, das ist eine ca. 30 minütige Fahrt Richtung Rennes. Bekannt ist Dinan für seine Mittelalterliche Stadt, sie gilt als die besterhaltene Stadt der Bretagne und liegt am Ufer der Rance.

Bleich zu Beginn landeten wir auf einem Platz, schön war es hier !
Sardinen, Sardinen, Sardinen …… es gab aber auch noch Lachs, Thunsfisch und weitere Fische, die uns jedoch weniger interessierten.
und hier noch Dosen mit Fischaufstrichen. Zum Probieren gab es einige Aufstriche auf Toast, den für uns besten kauften wir auch.
Der Wachhund vor dem Restaurant 🙃

Obwohl wir nicht in der Hochsaison dort waren, war Dinan voll. Auch das Angebot von Restaurants war riesig. Wir entschieden dann, zur Rance runter zu gehen, in der Hoffnung, dass dort etwas weniger Trubel herrscht.

… also runter
… ein Seitenblick …
und weiter runter …
… und noch ein bisschen weiter runter ….
… gleich sind wir unten …
nun sind wir an der Rance und es ist so gut wie leer.
Hier kann man noch den alten Fischerort erkennen, der Dinan einmal war.
Und in einem leckeren Restaurant direkt an der Rance gab es Muscheln für mich und Entrecote für Thomas.
Zurück in Cancale ein letztes mal auf den Treppen mit 2 Huitres pied de cheval 🥳
Und ein letztes Mal dem Meer „Gute Nacht“ sagen
Für Frühstück in der Mietwohnung hatten wir am Abflugtag keine Zeit mehr, daher holten wir uns am Flughafen etwas. Tja, nun ist fertig mit Genuss 🫣

Was bleibt von dem Aufenthalt in Cancale und in der Bretagne in unseren Köpfen ?

  • wir haben selten so viele entspannte, fröhliche und freundliche Menschen getroffen
  • wir haben viele Dinge zum „ersten Mal“ gemacht und viel dabei gelernt (und richtig Spass gehabt)
  • das Wetter war weit besser, als vorhergesagt
  • wir haben nur einen Bruchteil der Bretagne gesehen
  • wir haben konstant sehr gut gegessen
  • Landschaften, Orte und auch das Meer sind wunderschön (auch wenn es kalt ist, das Meer hatte 9 Grad)
  • rund um Cancale gibt es viele Möglichkeiten von unterschiedlichen Unternehmungen

=> ich glaube, die Bretagne sieht uns nochmals, wäre schön 😉

Alles Liebe an euch und bleibt gesund

Claudia und Thomas

Hinterlasse einen Kommentar