Juhu – Eintagsfliegenlarven !!

In der Einleitung erzählte ich euch ja, dass der Urlaub auf Fidschi auch der Suche und der anschliessenden Dokumentation der Eintagsfliegen dient. Damit soll eine weisse Stelle auf der Landkarte dieser Insektenordnung geschlossen werden. Um diese zu bestimmen, braucht man eben die Larven dieser Insekten, die im Süsswasser leben. Daher war das Outbackhotel optimal für diese Suche geeignet, liegt es doch im „Gebirge“ und an einem Fluss. Wir machten uns also zu Fuss zu eben diesem auf. Wir erreichten den Fluss und es müffelte, es müffelte sehr. Auf der anderen Seite des Flusses lag ein totes Pferd, das bei den letzten starken Regefällen abgeruscht war und sich so verletzte und letztendlich verendete. Hmmmm, ich wollte ja Natur haben, aber gehört dazu auch ein totes Pferd ? Ja, irgendwie wohl schon !

Am Fluss war es wunderschön, das tote Pferd liegt links vom Bild, ich erspare euch diesen Anblick 🤢

Thomas beginnt sofort mit der Suche nach seinen Larven

The old man and the river 😊

Schon beim ersten Versuch klappts, Eintagsfliegenlarven sind gefunden !

Zu zweit machen wir uns auf, um in einen kleinen Bach zu gelangen, sodass dort nochmals nachgschaut werden kann, ob es weitere Tiere zu finden gibt. Wir waten also durchs flache Wasser (gibt es hier Blutegel ? Ja, leider – wir haben aber keine abbekommen). Im Bach gibt es viel zu viele kleine Fische und Kaulquappen, also keine Larven.

Am nächsten Tag wollen wir nochmals in den selben Fluss, jedoch weiter Fluss aufwärts. Dazu brauchen wir ein Boot. Das Hotel hat welche zur Verfügung, das war ebenfalls ein Kriterium für die Wahl dieses Hotels. AJ macht sich morgen gemeinsam mit uns auf zum Fluss, Thomas und AJ tragen das Boot. Leider ist das gelbe Boot total undicht und läuft voll.

Voila, mehr Boote müssen her. Und wieder testet AJ das Boot.

Dieses Boot ist nun wirklich voll. Das hat die ganz einfache Erklärung, dass das Boot für eine Maximalbelastung von 35 kg ausgelegt ist. AJ hat ein bisschen mehr davon 🤣. Hier könnt ihr auch erkennen, dass das Paddel auf der linken Seite ein wenig angeknabbert wurde.
Soweit konnte mal alles nicht gebraucht werden.

Ein neues Boot muss her, eines aus Metall. Dazu braucht es aber noch zwei weitere Jungs, die helfen, das Boot vom Hotel runter zu tragen. AJ organisiert das und ca. 15 Minuten später ist das nächste Boot hier.

Wir paddelten mit einem halben Paddel und einem spontan erstellten Gondel-Stock. Zusammen funktionierte das irgendwie, wir rumsten nur einmal gegen das Ufer.

Auch am zweiten Tag fand Thomas mit Hilfe des Bootes wieder seine Larven.

Am dritten Tag wollen wir einen Gipfel erklimmen, sodass Thomas dort ebenfalls in einem Bach suchen kann. Wir stehen um 05.30 auf, Frühstück war für 06.00 geplant. AJ kam ein bisschen später auf einem Pferd und teilte uns mit, dass wir unsere Pläne ändern müssen. Auf dem Gipfel findet eine Jagd nach Kühen statt. Die Kühe, Pferde, Ziegen und Schafe leben frei im Gelände. Am kommenden Wochenende findet eine Hochzeit statt und dafür braucht es 2 Kühe. Wenn nun aber ein paar Wanderer mit ein paar Einheimischen, die alle Hunde im Anhang haben, aufeinander treffen, kann das irgendwie ungesund sein. Daher brauchen wir einen neuen Plan.

Dazu kommt auch noch ein anderes Thema: Thomas wurde vom Autovermieter angerufen, er möchte unser Auto austauschen, da „unser“ Auto zur „Fitness“ muss. Erst wussten wir nicht, was dies bedeutet, aber es scheint so etwas zu sein wie der TÜV. Warum sie uns das Auto überhaupt gegeben haben war uns schleierhaft, zumal wir es ja Ende dieser Woche ohnehin wieder abgeben wollen. Diese Gespräche liefen mittlerweile alle via AJ, wofür wir ihm sehr dankbar sind, da es mittlerweile ca. 15 Gespräche waren. Ursprünglich war gefordert, dass wir nach Nadi zurückfahren sollen, was wir jedoch ablehnten, das wäre ein ganzer verlorener Tag gewesen. Wir einigten uns nun auf einen Wechsel der Auto’s in Lautoka, um von dort anschliessend einen Wasserfall bei einem traditionellen Village zu machen. Um ca. 11.00 starteten wir mit dem neuen Auto.

Im Village angekommen, bezahlten wir den Eintritt zum Wasserfall und ein Mittagessen im Village nach der Wanderung.

Hier der Start der Wanderung. Ich kann schon mal sagen, die 2 Stunden haben wir überschritten. Viele andere Wanderer aber ebenso.
Ein wunderschöner Regenwald …. wir waren froh, hier zu sein
Wir kamen gut voran (vor allem AJ mit seinen Flip-Flops), es war lustig und wunderschön !

Doch dann fing es an zu regnen und es wurde immer steiler. AJ sagte morgens, dass es sicher nicht regnen würde, weshalb wir die Regenjacken nicht dabei hatten. Ein schwerer Fehler !

AJ wollte die Stimmung noch hoch halten, nur Thomas war im Jagdfieber und wollte nur mehr so schnell wie möglich beim Wasserfall sein. Mit aller letzter Puste und vollkommen durchnässt kamen wir oben an.

So ein Wasserfall im Regen ist nicht ganz so beeindruckend, bei Sonnenschein wäre er sicher noch um einiges schöner.
Thomas sammelt, AJ schaut zu und ich mache das Foto. Thomas hat auch sofort Larven gefunden. Die Stimmung ging nach oben 😃😄

AJ trank noch ein wenig Wasser aus dem Bach und leider verlor er dabei einen seiner Flip-Flops, nun hatten wir einen einseitig beschuhten Guide, was ihm aber keine Probleme bereitete. Aufgrund des Regens gingen wir recht rasch weiter, querten den Bach, kletterten wieder über ein paar Felsen steil nach oben, danach wurde das Gelände wieder offen.

Wir sind nur nass, sonst aber ganz gesund und zufrieden.

Um ca. 15 waren wir wieder im Abaca Village und wir sollten mit dem Auto durch’s Dorf fahren und hinter der Kirche links bei Asella unseren Lunch einnehmen. Das Dorf war sehr hübsch:

Bei Asella gab es dann Eggplant, Spinat und Wasserkresse in Kokosmilch gekocht, Brotfrucht mit Thunfisch und Wasser erst nach Nachfrage. Laut Tradition soll erst alles aufgegessen sein, bevor mit dem Trinken begonnen wird.

Alles total toll, leider aber auch kalt. Traditionell wird das Essen morgens gekocht und erst später gegessen. Natürlich ist es dann kalt. Wir mit unseren nassen Shirts und Socken hätten jedoch gerne ein warmes Essen mit einem heissen Tee gehabt.

Diesen Besuch haben wir wirklich genossen, insgesamt eine sehr angenehme Situation und überhaupt nicht peinlich (im Gegesatz zu manchen Tänzen mit Bastrock).

Der ganz Ort Abaca profitiert von den Eintritten der Besucher und die Verantwortung für das Mittagessen für die Gäste geht innerhalb des Dorfes reihum. Für den total entfernten Ort (ohne Strom, fliessendes Wasser/Kanalisation) wohl eine sehr gute Lösung. Trotzdem hatte jeder ein Smartphone, das mit einem Generator ca. 3 h täglich aufgeladen werden konnte.

Noch zwei Informationen zu Traditionen: warum mussten wir mit dem Auto durch das Dorf fahren ? Da ich keinen Salu (wie ein Sarong) mit hatte und mit meiner Jogging Hose nicht der Tradition entsprochen habe, sollten wir mit dem Auto fahren. Und noch eine Tradition, dass man dem Dorfobersten eine Geschenk, meist in Form von Kawa, mitbringt erübrigt sich im Fall, dass man für die Leistung bezahlt. Ich finde das sind gute Workarounds, sodass sowohl die Tradition eingehalten werden kann, aber auch andere Kulturen Zutritt haben.

Noch eine kleine Aktualisierung. Thomas ging heute mit AJ auf den Gipfel, der bereits für Mitte dieser Woche geplant war. Er konnte auch wieder neue/weitere Larven finden. Ich blieb lieber im Hotel und arbeitete am Blog 😉

Soweit für heute und alles Liebe

Claudia und Thomas


Hinterlasse einen Kommentar