…. jedoch ein grosser Schritt für mich !
Also, wir machten diese Woche etwas total unwichtiges – wir gingen Skifahren ! Wobei, so ganz unwichtig war es für mich nicht. Nach mehr als 2 Jahren darauf fokussiert zu sein, nicht zu stolpern und nicht zu rutschen, nun mit Absicht zu rutschen – auf Schnee (bestenfalls).
Für jeden Abschnitt dieses Tages gibt es Bewertungen auf einer Skala von -25 bis +25 in den folgenden Kategorien:
- Bammelfaktor: erwähnte Skala, jedoch hier ist ein negativer Wert besser als ein positiver Wert
- Haltungsnote: wieder erwähnte Skala, hier ist ein positiver besser als ein negativer Wert
- Glücksgefühl: wieder die selbe Skala, bei der auch der positive besser als ein negativer Wert ist
Wir fuhren los Richtung Saanenmöser, landeten um ca. 09.30 auf dem Parkplatz. Noch nicht voll. Gut, wir sind vor der Masse hier. Nach einem gewissen Gerödel mit der ganzen Ski-Ausrüstung machen wir uns zu Fuss auf den Weg Richtung Talstation.
Bammelfaktor: +20
Haltungsnote: 0 (niemand ist sexy, wenn er Ski’s trägt)
Glücksgefühl: 0 (jetzt müssen wir einfach mal in die Gondel und niemand ist glücklich, wenn er/sie Ski’s schleppt)
Nach dem Bezahlen eines happigen Betrags (Dynamic Pricing macht es möglich – je mehr Personen hier sind, desto teurer wird es?) kommen wir ohne Schlange sofort in die nächste Gondel, schnallen in der Mittelstation die Skis an und wechseln von Gondel zu Sessellift. Es geht weiter bergauf.
Aussteigen, zur Seite rutschen, bei den Skischuhe die Schnallen fest machen. Los fahren.
Bammelfaktor: +20
Haltungsnote: +5 (ausbaufähig)
Glücksgefühl: +3 (es geht, die Skis gehorchen mir)
Bögelchen um Bögelchen, nicht gerade im Schneepfug aber fast. Huch ist es schön hier !

Ein bisschen schneller geht’s schon, bisschen Pause, kräftemässig war ich schon mal besser. Bei den nächsten Schwüngen wird es noch ein bisschen schneller, es macht richtig Spass ! Wieder eine kleine Pause am Pistenrand. Weiter geht’s.
Bammelfaktor: -3
Haltungsnote: +10
Glücksgefühl: +15
Ca. 300 – 400 Meter vor der Mittelstation kommen 3 Pisten zusammen. Es sind plötzlich sehr viele Menschen auf der Piste, der Kunstschnee ist firnig und aufgeschoben, an einigen Stellen ist es eisig. Es gibt 2 Kategorien von Skiläufern. Eine Kategorie sieht, dass es hier keine optimalen Bedingungen gibt und gibt Gas, wohl nach dem Motto, je schneller unten, desto besser. Dann gibt es noch die andere Kategorie, der ich auch angehöre: huch, wie soll ich nur die letzten 300/400 Meter schaffen ?
Stemmbögelchen rechts, Stemmbögelchen links, am Eis rutschen, Stemmbögelchen, rechts, teilweise sind graue Plastikmatten, die wohl die Grundlage für die Piste sind, zu sehen. Weiter Bögelchen rechts und links und irgendwann haben wir es geschafft.
Bammelfaktor: +15
Haltungsnote: -25 (Anfänger ! Bei Kindern sieht’s niedlich aus, bei Erwachsenen nicht!)
Glücksgefühl: -10 (muss das sein ?)
Mehr recht als schlecht kommen wir an der Mittelstation an. Die letzten 300 – 400 Meter auf der Piste möchte ich auf keinen Fall wiederholen ! Wir nehmen wieder den Sessellift, wir wollen diesmal auf einer anderen Piste fahren, die wir von der ersten Piste aus gesehen haben.
Oben angekommen, frage ich den Skiliftwart, ob man den Sessellift auch umgekehrt benutzen kann. Sein „ja“ beruhigte mich, wir können die letzten 300 – 400 Meter der Piste überfliegen. Wir starten nun wieder mit der Abfahrt in der neuen Piste. Das Fahren macht wieder grosse Freude, zumindest in meiner Empfindung gelingen mir ansatzweise ein paar Carvingschwünge 😊🤩🥳
Bammelfaktor: -5
Haltungsnote: + 15
Glücksgefühl: +20
Am Ende der Piste wartet eine kleine Pause auf uns. In der Hütte gefällt es uns sehr gut, urig, freundlicher Service, Getränke und Nussgipfeli’s top.

Bammelfaktor: -25
Haltungsnote: +25
Glücksgefühl: +20

Nun geht’s mit dem Schlepplift nach oben und dann zu einem weiteren, um nach ganz oben zu kommen.

Runter geht es wieder zur Bergstation, die Piste ist breit und leer. Je weiter oben wir sind, desto besser sind die Schneebedingungen. Klar, bei diesen Frühlingsbedingungen (im Februar). Es macht riesig grosse Freude zu fahren. Der Start ist gemacht !
Bei der Bergstation suchen wir den Liftmeister, er sagt, wir können nach unten fahren, wir müssen ihm nur unsere Ski’s geben. Die Geschwindigkeit des ganzen Sessellifts wird ein wenig reduziert. Gleich sitzen wir in einem Sessel, unsere Ski’s einen Sessel hinter uns. Wir schweben nach unten.

Unten an der Mittelstation angekommen, wird die Geschwindigkeit reduziert, damit wir nicht aus dem Sessel katapultiert werden. Wir steigen also in aller Ruhe ab. Dann wollen wir noch die Skier vom nächsten Sessel abholen, das ging jedoch nicht, die Skier waren verklemmt. Der Sessellift wurde angehalten. Sorry an alle, die auf dem Lift nach oben waren und die plötzlich, vermeintlich grundlos, gestoppt wurden. Es war nicht unsere Absicht. Der Liftmeister der Mittelstation pfriemelt unsere Skier raus, drückt sie uns freundlich in die Hände und startet den Sessellift wieder.
Unten angekommen, kommt einer der aller schönsten Ski-Momente: raus aus den Skischuhen, rein in die Strassenschuhe. Ich kann fliiiiiiieeeegen !
Unten angekommen, überlegen wir noch, ob wir nochmals nach oben fahren, um am Berg etwas zu essen oder ob wir nach Zweisimmen fahren. Wir entscheiden uns für Zweisimmen und essen dann um 14.30.


Bammelfaktor: -25
Haltungsnote: +25
Glücksgefühl: +25
Ja, Mittagessen können wir auch, nach ein wenig Ski fahren noch besser 🥰
Wir fahren zufrieden nach Hause nach einem unserer teuersten Skitage unseres Lebens, gemessen an den gefahrenen Distanzen. Aber heute ging es nicht um die Distanz, heute ging es darum, DASS wir gefahren sind.

Alles Liebe
Claudia
