12. Strahan, man sagt «Strohn»

Wir fahren vom Gradle Mountain Nationalpark an die häufig sturmgepeitschte Westküste nach Strahan. Es regnet im Regenwald. Es ist 09.30, der Kaffee ruft. Wir machen Halt in der Tullah Lake Site Lodge.

Hier war der Regen schon fast vorbei …..

Der Kaffee ist gut, der Raum angenehm, ein schöner Blick auf den Lake Rosebery. Wir entdeckten die Lunch-Karte und sie gefiel uns so gut (es gab richtiges Fleisch für Thomas), dass wir entschieden, wir warten einfach bis die Lunchzeit gekommen ist. Also sassen wir noch den Rest des Vormittags an diesem angenehmen Ort und lasen. Auch ein Grund, warum wir nicht so schnell weiterkommen, wie im vorletzten Kapitel beschrieben 😊.

Auf Strahan haben wir uns vorab sehr gefreut. Es war ein Wunsch von uns beiden, den Urwald vom Gordon River aus zu sehen. Man kann ihn nicht erwandern, nicht mit dem Kajak erreichen, da die Dimensionen viel zu gross sind. Es gibt in der Vorsaison nur einen Weg: mit einem grossen Katamaran mit vielen anderen Personen. Das ist zwar normalerweise überhaupt nicht unser Ding, aber wir wollten den Wald vom Fluss aus sehen.

An einem Nachmittag gingen wir die Henty Dunes in der Nähe besuchen. Hier der Aufstieg.

Hier fehlen noch unsere Fussspuren

Nach dem Aufstieg, sehen wir diese schöne Szenerie

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Blick über die bewachsenen Dünen zum Meer – fast 500 Meter

Am nächsten Morgen stehen wir früh auf, um unser Boot zu bekommen. Erst fahren wir durch Hells Gate, das «Tor» zum offenen Ocean mit gefährlichen Untiefen, die schon vielen früheren Seefahrern zum Verhängnis wurden.

Hells Gate
Leuchtturm vom Hells Gate

Weiter geht’s in den Gordon River, vom Deck aus kann man den fast unberührten Regenwald bewundern.

Eine uralte Huon-Kiefer, schon halb im Wasser liegend, aber noch lebendig

Am Umkehrpunkt dann der erste Stopp mit einem Rundgang im Regenwald. Besonders beeindruckend waren die Huon-Kiefern, der am zweitlangsamsten wachsende Baum der Welt. Er wird bis zu 3.000 Jahre alt. Wir konnten einige jüngere Exemplare von ca. 900 Jahren bewundern. Ginge es nach der Holzindustrie, wären alle bereits zu Möbeln verarbeitet worden, Gott sei Dank gibt es in Australien schon seit Jahren eine sehr starke Naturschutzbewegung, die die allergrössten Idiotien verhindert. Das Boot trötete nach 30 Minuten, Zeit zur Weiterfahrt. Genau das mögen wir bei solchen Veranstaltungen mit vielen Gästen nicht !! Es tat uns Leid, dass wir so früh zurück gehen mussten und dass wir nicht mehr Erklärungen erhalten haben. Aber wir wussten ja vorab, dass dies ein Massenausflug wird. Nach einem Lunch an Board ging es weiter nach Sarah Island. Das war ursprünglich eine Gefängnisinsel für jene Insassen, die in Port Arthur (dem grossen Gefängnis an der Ostküste, das wir wegen grosser Menschenansammlung nicht besuchten) negativ aufgefallen waren (also die Super-Bösen). Interessant war es dort schon, aber wir hätten die Zeit lieber am Gordon River verbracht (ausserdem verstanden wir den Guide mit seinem australischen Knödelenglisch nicht so gut. Die Zeit, sich an den Australischen Dialekt zu gewöhnen ist wohl noch zu kurz).

Noch mehr alte Steine….

Am letzten Abend gingen wir in Hamer’s Bar&Bistro. Endlich ein tolles Restaurant: dass Essen war super, es kam heiss, gut gewürzt und schön angerichtet an den Tisch, der Service war wunderbar, der Blick auf den Hafen ebenso.

Thomas mit Kartoffel-Trüffel Vorspeise (es gibt in Tasmanien tatsächlich auch schwarze Trüffel

Bezüglich der Bestellprozedur und Restaurantabläufen, gibt es folgende News: hier gab es Service, und dass Trinkgeld wurde gerne genommen. So ist es einfach zu verstehen. Wir waren von der Qualität und der Atmosphäre begeistert. Wir liefen dann noch bei Tageslicht um ca. 20.00 zurück zu Mr. Maier (sehr viel länger haben sie auch nicht geöffnet, wie häufig in Tasmanien. Derzeit liegen hier fast 15 Stunden zwischen Sonnenauf- und Untergang.

Unsere nächste Etappe geht zwischen den grossen Nationalparks wieder in Richtung Süd-Osten, einfach weil das der einzige Highway ist, der uns langsam wieder Richtung Süden (Hobart) bringt .

Alles Liebe

Claudia und Thomas

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