

Für den Weg von Swansea nach Launceston hatten wir wenig Erwartungen. Es waren ca. 170 km herunter zu nudeln. Also in «unseren Ländern» ca. 2 Stunden. Ich mach’ es kurz: wir brauchten von 10.00 bis 16.30. Unter anderem forderte der Zustand des «Highways» seinen Tribut.

Insgesamt gab es sehr viel Landschaft und auch sehr viel Landwirtschaft. Aber plötzlich kamen wir in eine Art Bergwald und der Charakter der Pflanzen änderte sich rasch und deutlich, es gab beispielsweise viele Baumfarne ! Und es gab die Möglichkeit, einen kurzen Rundweg in einem Rest Regenwald zu machen. Was für ein Unterschied zu den Eukalyptuswäldern: Neben den Baumfarnen ist die sogenannte Südbuche (Nothofagus, in Tasmanien Myrtle genannt) eine Charakterart, riesige Bäume, die weitläufig mit unseren Rotbuchen verwandt sind. Es ist deutlich feuchter, Farne bewachsen auch die Baumäste.



Im Westen Tasmaniens werden wir davon sicher noch mehr zu sehen bekommen. Später wurden wir dann auf der Strasse von anderen Autofahrern angehalten. Ein Motorrad hatte auf bergiger Strecke in einer Kurve einen Abflug gemacht. Ein zufällig vorbeikommendes Auto, das eine Seilwinde hatte, zog das Motorrad den Steilhang hinauf zurück auf die Strasse. Dem Fahrer war wie durch ein Wunder nichts passiert und seine Maschine war offenbar fahrtüchtig geblieben. So läuft also ein Unfall auf Tasmanien ab: alle Auto’s werden angehalten, es gibt keine Polizei und es wird sich erkundigt, ob’s dem Unfallopfer gut geht. Die Stimmung ist ruhig, die Leute quatschen untereinander, aber niemand geht direkt zum Unfall zum Schauen (und niemand machte ein Foto!). Das ist eine wirklich neue Erfahrung. Nachdem wir weiterfahren konnten, kam das verunfallte Motorrad mit verunfalltem Fahrer nach kurzer Zeit wieder von hinten in einem waghalsigen Manöver an uns vorbeigerast. Trotz doppelter Sperrlinie in einer unübersichtlichen Kurve. Der Schwarm Schutzengel hatte sicherlich alle Mühe mitzuhalten.
Übernachtung südlich von Launceston (zweitgrösste Stadt in Tasmanien) nahe der Nordküste, toller Campingplatz (es gibt sie also doch…), in der zweiten Nacht hatten wir sogar einen Platz am Flussufer ! Tagsüber stand eine Fahrt mit einem Sessellift über eine Schlucht mit anschliessender Wanderung auf dem Programm, jedenfalls haben wir das geglaubt. In Wirklichkeit handelte es sich um eine Art Mini-Disneyland mit einem ultralangsamen Sesselliftchen, das waagerecht über ein Schwimmbad und einen kleinen Fluss schwebte (max. 2 km/h).


Das andere Ufer konnte man schneller in wenigen Minuten auch über zwei kurze Brücken erreichen. Dem Ort angemessen bekam Thomas zumindest einen Rentnerrabatt. Anzumerken wäre noch, zumindest für alle Schweizer, dass auch in Tasmanien der Beruf des «Bügelers» existiert (selbst bei diesem Idiotenlift; für alle Nicht-Schweizer: das ist ein Servicemitarbeiter, der den Skifahrern am Tellerlift/Schlepplift den Bügel reicht, damit sie nicht davon erschlagen werden). Der Kaffee am Kiosk schmeckte schlecht und überall rannten rufende Pfaue durch die Gegend (Paarungszeit), die ab und an auch ein Rad zeigten, leider keine einheimische Vogelart. Wir flüchteten dann nach oben zu einer schönen Wanderung in einem weiteren trockenen Eukalyptuswald. Neben den Eukalyptusbäumen sind hier auch kiefernähnliche Bäume aus der Familie der Kasuariengewächse typisch, sowie eine Pflanze, die mit unserem Spargel verwandt ist, aber nicht so aussieht.



Speziell um diese Zeit sind die Vögel sehr laut. Die Geräusche speziell von Kakadu’s finde ich sehr schön. Die singen. Leider ist es mir bis jetzt nicht gelungen, welche zu fotografieren. Ich finde Vögel sowieso schwierig, am liebsten mag ich Spechte: die zeigen dir ganz genau, wo sie sind und bleiben auch noch dort sitzen und warten, bis deine Kameraausrüstung fertig ist. Aber sobald ich einen Kakadu schaffe, zeige ich ihn euch – versprochen ! Und wenn es nicht gelingt, schicke ich eine Tonaufnahme.
Am nächsten Tag (also heute) besuchten wir das Tamar-Valley (Weingebiet) und speziell das Weingut Marion’s Vineyard.


Dort haben wir unter anderem eine Weinverkostung gemacht und anschliessend eine kalte Platte mit Wallaby-Salami gegessen und einen guten Pinot Noir getrunken.

Wir wünschen Euch allen schönen Tag !
Claudia und Thomas

Liebe Claudia, lieber Thomas,
danke für die interessanten Eindrücke! Larissa findet den Tasmanischen Teufel niedlich, Benjamin findet das Wohnmobil sehr beeindruckend. Wir wünschen euch weiterhin bereichernde Erlebnisse und sind gespannt, ob du einen Kakadu vor die Linse bekommst. Lieber Gruß Anja, Andre, Larissa und Benjamin
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